Kaiser Chiefs – Duck

Bei den Kaiser Chiefs denkt man schon länger hoffnungsvoll darüber nach, wie es eigentlich doch am Besten wäre, würden die beteiligten Protagonisten diese Band, die früher einmal so viel mehr war, endlich zu Grabe tragen. Schon damals nach dem zweiten Album, kann ich mich erinnern, wirkten die Auftritte bei diversen Festivals gelangweilt und zum Teil auch überheblich. Der Ruhm hat den Kaiser Chiefs das kreative Momentum abgewürgt und dieses ist auch mit dem nun siebten Studioalbum „Duck“ nicht zurückgekehrt. Es ist nicht so, dass zumindest Ricky Wilson der größte Sänger von einst war und wusste, seine Stimme gewinnbringend im Dienste des Indie Rocks einzusetzen. Jetzt ist er nur noch ein glänzender Entertainer mit polierter Stimme und einer Band, die Hymnen für jedermann produziert.

 

Wurden sie durch ihr Debüt „Employment“ aus dem Jahr 2004, von Indie-Lieblingen zu sechsmaligen Platinum-Berühmtheiten, versuchten sie beim letzten Versuch „Stay Together“ aus dem Jahr 2016 einen etwas zu schicken und polierten Elektro Pop durchzusetzen. Aber diesmal scheinen sie nur noch beiläufig überhaupt etwas versuchen zu wollen. Als hätten die Kaiser Chiefs Ihre Auftritte in überfüllten Pups, in denen durch die Alkohol-getränkte Atmosphäre Ihre Musik lediglich Biergesänge stimmungsvoll begleiten soll. In „People Know How to Love One Another“ gibt es direkt zu Beginn tatsächlich einen hoffnungsvollen Blick, ist es doch eine großartige Botschaft an Brexit Britain. Wilson ist stolz auf seine Fähigkeit, “to order sandwiches in funny languages”

Es ist schamlos, aber liebenswert und spiegelt die skurrile Weltlichkeit wider, die den Aufstieg der Band vor 15 Jahren vorangetrieben hat (damals, als noch ihr inzwischen verstorbener Schlagzeuger die Hits schrieb). Lohnenswert und erfinderisch ist „Duck“ keinesfalls, aber mit „Target Market“ und dem absichtlich widerwärtigen „Nothern Holiday“ bleiben die Kaiser Chiefs zumindest in kleinem Maße Ihrer Mission treu, uns annehmliche Ohrwürmer zu liefern.