Tribes – Baby

Ein Knistern, eine aufschwappende Klanglandschaft, eine untergetauchte Gitarre und Chöre darüber. Das ist der eröffnende Track ‚ Whenever ‚ der Tribes. Eine Mischung aus den Pixies, einer schelmischen Brit-Pop Phrasierung und dem schwadronieren Gang von Razorlight. Und jeder noch so versteckte Chor wurde hier scheinbar so konzipiert, dass dieser ebenso unter freiem Himmel, wie auch vor tausenden von Menschen gesungen werden kann. ‚ We Were Children ‚ ist zwar kurz darauf erst der zweite Track, doch ein Muster lässt sich bereits hier unschwer erkennen: Britpop trifft Grunge, glam trifft Gore, leise trifft sein Gegenteil laut.

Auch die nächsten beiden Songs ‚ Corner Of An English Field ‚ und ‚ Half Way Home ‚ bespielen die selbe Formel – wenngleich ‚ Half Way Home ‚ eine zärtliche Seite präsentiert – und nutzen dazu die Grunge-Gitarren aus den ersten beiden Songs, dazu Britpop-Gesänge und Chöre. Schade um den perfekten und euphorischen Einstieg in ‚ Baby ‚, welches sicherlich auf gesamte Sicht gesehen nicht „The future of rock’n’roll“ ist, wie die Mystery Jets die Platte beschrieben. Das letzte Stück aus der ersten Hälfte ist dann eine Ode an die nächtlichen Spielereien mit einem Mädchen names Sappho und funkelt dabei mit Charme und aufgeweckten Hooks. Wieder selbe Formel, aber hier überzeugt ohne Frage der jugendliche Ausgelassenheit.

Ein wirklicher Bruch erfolgt im Stück ‚ Himalaya ‚ mit ruhigen und romantischen Momenten, aufbrausenden Zwischenspielen und energetischen Gesängen zwischen geschichteten Gitarren. ‚ Nightdriving ‚ beginnt ähnlich vielversprechend, aber welche Überraschung – die Tribes zieht es einmal mehr in die überschäumenden Chöre hinein. Die Tribes sind liegende Steine in einer Brandung. Der Ausblick manchmal überwältigend, die Flut jedoch wiederkehrend und die Hoffnung auf Besserung unsterblich. Leider liegt es wohl derzeit auch an der britischen Musikindustrie, deren Bands allesamt sehr gezähmt wirken und Ihre sicheren Plätze nicht verlassen wollen.