The Like – Release Me

Mit neuem Look und zwei neuen Mitgliedern erscheinen The Like im Jahr 2010 endlich und ganz im Stile der 1960er Jahre zurück auf der Bildfläche! Doch ist diese überschwängliche Euphorie überhaupt angebracht? Oder wurde dieser Ausruf freudiger Erregung, durch einen zu kurz geratenen Gedankengang in unseren Mund gespült? Wie schon im Debüt ‚ Are You Thinking What I’m Thinking? ‚ aus dem Jahr 2006, beschäftigen wir uns wieder mit einer unnötigen Nachdenklichkeit, die im Grunde nur die besser angebrachte Spontanität in den Hintergrund drängt. Denn was ist spricht dagegen, die letzte Platte einfach mal zu vergessen und mit einer frischen Unbekümmertheit an das neue Werk ‚ Release Me ‚ von The Like heranzutreten? Natürlich spricht nichts dagegen, doch vollkommen ignorieren sollte man das Debüt dann auch wieder nicht.

Immerhin besteht die ursprüngliche Besetzung nur noch aus Elizabeth Berg und Tennessee Thomas, Annie Monroe und Reni Lane kamen nach der ersten Platte neu in die Band, wobei letztere bereits nach der gemeinsamen Tour mit den Arctic Monkeys von Laena Geronimo ersetzt wurde. Sie strebt noch in diesem Jahr eine eigene Veröffentlichung an. Doch ist diese Umsetzung verschmerzbar, schließlich lebt die Band nach wie vor durch die großartige Stimme von Berg. Für das neue Werk zogen The Like niemand geringeren als Produzent Mark Ronson ins Studio, der mit ‚ Back To Back ‚ von Amy Winehouse den großen Wurf seinerseits landen konnte. Mit ‚ Release Me ‚ steigen die Mädchen aus Los Angeles tief in die Materie der 1960er Jahre ein und kreieren damit nicht nur Songs, sondern gleich sich selbst mit.

Aus The Like ist eine 60er Style-Girl-Group geworden, mit schauerlichen Orgeln, stimmlichen Harmonien mal süß, mal sauer und unverschämten wie liebliche Lyrics über die Liebe. Und betrachtet man das zweite Werk wieder aus einer Gesamtperspektive, sieht das fertige Ergebnis auf überraschende Weise wesentlich einprägsamer aus, wenngleich die Qualitäten darauf weder schlechter noch besser geworden sind. Stilistisch haben sich Wandlungen ergeben, ‚ He’s Not A Boy ‚ besticht mit knisternden Gitarren und einer knackigen Rhythmussektion, ‚ Think for Yourself ‚ und ‚ Square One ‚ springen durch die Basslinien eines ‚ I Saw Her Standing There ‚ von Paul McCartney und der gleichnamige Titeltrack verleitet nicht nur durch den schönen Chor zum sofortigen Mitsummen. Auch ‚ Narcissus In A Red Dress ‚ gestaltet sich unglaublich einprägsam und macht noch einmal den Unterschied zum Debütwerk deutlich. Insgesamt finden sich hier fabelhafte Retro-Pop-Perlen, die zum Glück auf eine Überproduzierung verzichten durften, und endlich in der unbekümmerten und süßen Welt von The Like angekommen sind.