The Clash – Live At Shea Stadium

Der englische Punk-Rock bekam im Jahr 1976 einen neuen Namen: The Clash traten auf der Bildfläche auf und verbannten Bands wie auch die Sex Pistols schnell in Ihre festgefahrenen Schranken. Während bei diesen Bands der Aufkleber „No Future“ auf den Stoßstangen prangte, führten die Wege bei den vier Engländern weiter. Allein mit Punk wollten sich die Clash nicht abfinden und experimentierten schon damals mit Elementen wie Reggae, Ska, Dub, Funk und Rap, die in Ihren Songs scheinbar mühelos mit eingearbeitet wurden. Es entstand mit ‚ White Riot ‚ der erste große Hit aus dem Debütalbum ‚ The Clash ‚ und führte zu einem Vertrag mit CBS Records. Viele meinen noch bis heute das sich diese Vertragsbindung negativ auf die Musik ausgewirkt habe, da The Clash sich mit der Unterschrift dazu verpflichteten acht Studioalben und Doppel- oder Dreifach-LPs für relativ wenig Geld auf den Markt zu bringen, um die Jugendlichen und damit oftmals wenig Zahlungskräftigen anzusprechen.

Die Kosten für diese günstigen Verkaufspreise musste die Band selber tragen und stand daher nicht selten mit Schulden bei der Plattenfirma da. Ob es sich negativ ausgewirkt hat kann jeder selber beurteilen, Fakt ist dagegen die Tatsache, dass die Engländer mit fast allen Ihrer Platten große Erfolge feiern konnten. Ausnahme ist das letzte ‚ Cut The Crap ‚, das im Vornherein mit vielen Auseinandersetzungen innerhalb der Band zu kämpfen hatte und schließlich auch zu Ausstiegen führte. Die einst so sicheren und stabilen Wände bröckelten zu allen Seiten auseinander und führte 1986 zur Auflösung. Nun kommt also nach 1999 mit ‚ The Clash: Live At Shea Stadium ‚ das zweite Live Album heraus und beweist wieder einmal die mehr als talentierten Liveambitionen von The Clash. Es finden sich darauf die großen Hits wie ‚ London Calling ‚, ‚ The Guns Of Brixton ‚, ‚ Train In Vain ‚ oder auch ‚ Should I Stay Or Should I Go ‚. Aufgenommen wurde das Ganze 1982 vor ‚ The Who ‚ im Shea Stadium und entpuppt sich als atemlose Rock´n´Roll Platte, die keine Spur von den damaligen Umständen der Band widerspiegelt.

Ganz im Gegenteil beweist es wie präsent und voller Spielfreude die Band zu jedem Zeitpunkt Ihres Bestehens war und nicht mal ansatzweise die Eigenschaften als tragische Figuren verkörperten. Ein Punkt der nur zu gerne des öfteren betont wird und im Grunde völliger Schwachsinn ist. Ist man erstmal durch die 16 Songs durch wird man es verstehen wie einzigartig damals die vier Engländer in Ihren Qualitäten als Band waren. Nicht zu vergessen die zahlreichen Momente, die damals das Konzert noch atemberaubender in Szene setzen. Ein typisch englischer Regen verwandelte die Show in einen schwitzenden Tauchgang. Zwischen den Songs erfolgte auch immer wieder mal eine der humorvollen Anmerkungen von Sänger Joe Strummer:“shhh..would you please stop talking at the back, it´s too loud!“, die das Ganze zu einem unvergesslichen Erlebnis machten.

Die Clash haben sich damit selber ein historisches Monument geschaffen und klingen darauf wie die größte Band der Welt die es geschafft haben, dem widersprüchlichen Wort „Stadium-Punk“ ein natürliches Aussehen zu verleihen.