The Cast Of Cheers – Family

„Family“ nannte sich die erste Single aus dem gleichnamigen Album und die Herrschaften aus Irland platzierten diesen Track an erster Stelle. Schon oft ein fataler Fehler, ist es bei The Cast Of Cheers im Grunde vollkommen egal –  Ihre Musik ist mit den antreibenden Beats, den flotten Gitarren-Riffs und den oftmals fein überlappenden Melodien eine absolute Runde Angelenheit. Elektronische Einflüsse sammeln sich dieses Mal ebenso, wie intelligente Collagen und bündeln Ihre Energien bevorzugt im Punk, nehmen von der braven Pop-Musik Abstand und wandeln sogar manchmal auf den Pfaden des Math-Rocks. Aber zurück zu ‚ Family ‚ und seinen Off-Beat Drum-Parts, der tuckernden Basslinie und den eingängigen Texten. “I don’t need another home, I don’t need another family…” Und besonders die auftretende Verspieltheit von The Cast Of Cheers ist in jedem Fall das bestimmende Merkmal der neuen Platte.

‚ Posé Mit ‚ schaltet dabei noch einen weiteren Gang hinzu und lässt wahnwitzige Gitarren-Akkorde durch einen ebenso rasanten Bass tänzeln. Der Track erinnert an die Foals und eigentlich ist es auch kein Wunder, hatte schließlich niemand geringeres als Luke Smith seine Finger in den Melodien. Aber Conor, John, Kev und Neil lassen keine Zweifel daran aufkommen, die naheliegenden Inspirationen wären bewusst entstanden. Ihre unglaublich ansteckenden Songs sprühen nur so vor Energie und Ausgelassenheit – ein absoluter Leckerbissen. ‚ Human Elevator ‚ stapft dagegen unwillkürlich durch hallende Gitarren, bis plötzlich der Song die Richtung ändert und wir ohne Vorwarnung in einen frenetischen Refrain stürzen. Das Quartett strahlt eine gewisse unbefangene Grundstimmung aus und zugleich muss man sich mit einem staunenden Blick die Frage stellen, wie haben The Cast Of Cheers den ungeheuren Erwartungsdruck kompensiert?

Es ist auf ‚ Family ‚ überhaupt nichts davon zu spüren. Vielmehr wird die Unterschrift der Band weiter in kunstvolle Melodien geschlungen, durch eine Anzahl gut platzierter Effekte ergänzt und daduch sinnvoll weiterentwickelt. Wie schon beim Debüt ‚ Chariots ‚, fasziniert auch bei ‚ Family ‚ die Stimme des Sängers. Sie vermittelt auf ehrliche Art und Weise verzweifelte Emotionen, windet sich dabei durch künstlerische Atmosphären und verliert niemals die geringe Distanz zum Hörer. Zwar rutschen The Cast Of Cheers mit ‚ Go Getter ‚ und ‚ Marso Sava ‚ ein wenig in die Mittelmäßigkeit ab, doch das soll lediglich Kritik auf hohem Niveau sein. Denn bereits im nächsten Stück ‚ Trucks At Night ‚ rumpelt ein abgehackter Bass über blumige Gitarren-Riffs, während ‚ They Call It A Race ‚ nochmals einen hymnischen Refrain beschwört. Danach ist Schluss und einmal mehr können viele Hörer zum Abschluss sagen: „The Cast of Cheers? My new favourite band!“.