Standard Fare – Out Of Sight, Out Of Town.

Um ‚ Out of Sight, Out of Town ‚ zu beschreiben, wählt Bassistin, Sängerin Emma Cooper die Worte: “We’re starting to see how we fit into the wider world and how we feel about this“. Standard Fare bringen im Januar Ihr zweites Album auf den den deutschen Markt und verführen uns in ‚ Out of Sight, Out of Town ‚ mit Brit-Pop Gitarren, jugendlicher Energie und Songs mit maximal drei Minuten Spielzeit. Doch mit der Reife spüren wir ebenfalls eine Hauch von Pessimismus. Thematisch singt Cooper aus Erfahrung, oft finden sich rückblickende Passagen mit zynischen Blick auf vergangene Schwächen und unbedachte Momente mit dem Abschluss einer falschen Entscheidung. Hier wurde die einstige Naivität durch eine ruhende Weisheit ersetzt. ‚ Out of Sight, Out of Town ‚ ist manchmal niedlich, doch in der Regel heftig und zerbrechlich. Es schimmert eine nervöse Verwundbarkeit durch die Zeilen, wenn die Lieder über Trennungen von geliebten Menschen erzählen – und sei es ein Darth Vader: „You get too emotional / You’re lost in your own turmoil / You’re still not five years old” und „I’m not Darth Vader, Luke I’m not your father…“ Das andere Stück ‚ Death Future ‚ klingt nach The Cribs, „Why are we hanging around a little longer than I wanted to stay?“ und in ‚ Older Women ‚ singen Sandard Fare über den Fetisch von Leoparden-Bezüge, „Why do you throw away your years like someone wanted your tooth? / There’s no money underneath the pillow upstairs / No fairy who cares”. Schön dabei ist zu jeder Zeit die Unberührtheit der Songs. Diese wirken oftmals wie rohe Aufnahmen und eigentlich ist eben diese Eigenschaft lobenswert hervorzuheben – wären neben ein paar sehr genussvollen Momenten nicht die klangliche Starre, die vermissende Emotionalität und einbrechende Gleichheit zu spüren. Und so bleibt ‚ Out of Sight, Out of Town ‚ am Ende nicht mehr als der kurze und befriedigende Wimpernschlag, wenn sich damit kleine Körner von der Netzhaut entfernen lassen. Das Album ist eine genussvolle Erinnerung, in der es sich schwelgen lässt und eine Gelegenheit – die man an dieser Stelle wahrnehmen sollte, bevor Sie uns mit einem schnippischen Lächeln für alle Zeit entschwindet.