SPELLLING Portrait Of My Heart
Dieses Album wird neue Fans auf ihre Arbeit aufmerksam machen, und obwohl wir SPELLLING schon seit acht Jahren kennen, fühlt es sich an, als stünde sie erst am Anfang einer Karriere, die eine glanzvolle Neuerfindung im Bowie-Stil werden könnte.
Der erste, titelgebende Track von „Portrait of My Heart“ ist eine symphonische Klage, getränkt im spindeldürren Schatten des Gothic-Rocks der späten 70er, in der Chrystia Cabral eine elende Abwesenheit von Zugehörigkeit zum Ausdruck bringt. Die folgenden Tracks, „Keep It Alive“ und „Alibi“, bedienen sich der scheinbar disharmonischen Welten des Hair Metal/Dad Rock der 80er und des Y2K-Disney-Channel-Pop-Punk und kombinieren sie auf eine Weise, die einen zwischen die Augenbrauen sticht und zum genauen Hinhören zwingt. Ihre Verletzlichkeit trieft manchmal auch vor Gift und Galle. Auf dem verblüffend pop-punkigen „Alibi“ – man stelle sich vor, Paramore hätte „Misery Business“ mit dem BBC Radiophonic Workshop aufgenommen – kocht SPELLING vor Wut: „You’re a psychopath / And I loved you for that / But I won’t take you back, this time.“
Jemand wie Cabral – die sowohl von der kollektivistischen Science-Fiction von Ursula K. Le Guin als auch von ihrem katholischen Glauben inspiriert ist – weiß, dass man Verletzlichkeit nur mit Kraft überwinden kann, und dass diese aus Gemeinschaft entstehen kann. Wahrscheinlich ist das der Grund, warum sie so selbstbewusst ist, ihre persönlichsten Songs zum ersten Mal gemeinsam mit Gastkünstlern zu präsentieren. In der gefühlvollen Ballade „Mount Analogue“ ist Toro y Moi zu hören, der SPELLING’s flehende Worte an die Leere sanft erhört. ZULU-Gitarrist Braxton Marcellous verleiht „Drain“, einem Gothic-Liebeslied, das sich zu einem schwindelerregenden Psych-Metal-Zusammenbruch entwickelt, Schwerkraft. „Satisfaction“ geht derweil noch härter zu Werke und nähert sich Deftones-Territorium, bevor es in ein Death-Metal-Blutbad abdriftet.
„Love Ray Eyes“ ist eine Rückkehr zum hymnischen Pop/Rock, doch die unheimliche Gesangsbrücke und die schwebenden Synthesizer-Effekte machen den Song seltsam und außerweltlich. Das Album endet mit einem wunderschönen Cover von My Bloody Valentine’s „Sometimes“, das den leidenschaftlichen Text des Songs in den Vordergrund stellt, aber seine überwältigende Verträumtheit bewahrt. „Portrait of My Heart“ ist SPELLLING’s zugänglichstes Werk, aber dennoch unkonventionell und unvorhersehbar und spiegelt ihre einzigartig magische Vision wider.
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