EVERGREEN ist eine klangliche Rückkehr zu den Wurzeln von SOCCER MOMMY, die jedoch mithilfe von Akustikgitarren, satten Streichern und Flöten in einen filmischen Maßstab gebracht wurde. Nichts Übertriebenes, alles echt.
Sophie Allison hat immer offen über ihr Leben geschrieben, was Soccer Mommy zu einer der interessantesten und beliebtesten Künstlerinnen des Indie-Rock des letzten Jahrzehnts gemacht hat. Das Songwriting war schon immer Allison’s Art, ihr Leben zu ordnen und sich zu erden. Daher war es ihr wichtig, die Songs – als sie dieses Album nach einem schweren und persönlichen Verlust schuf – roh und nachvollziehbar, ungeschminkt und ehrlich zu halten. Indem sie sich für eine organischere Produktion entschied und ihr Songwriting in den Mittelpunkt rückte, tat Allison genau das. „Evergreen“ wurde von Allison in Atlanta’s Maze Studios mit dem Produzenten Ben H. Allen III (Deerhunter, Animal Collective, Youth Lagoon, Belle and Sebastian) produziert.
Trauer ist ein schwieriges Gefühl, mit dem man sich auseinandersetzen muss. Aber auf ihrem vierten Album tut Sophie Allison genau das: Von der Akzeptanz der langsamen Zerstörung durch die Zeit („Changes“) bis hin zum Gefühl, in der Vergangenheit festzustecken („Thinking of You“), ist jeder Track auf „Evergreen“ von eindringlicher Schönheit. Obwohl Sophie schon immer eine gefeierte Songwriterin war, nutzt sie hier die Kraft ihres Talents und trifft mit unangenehm nachvollziehbaren Zeilen wie „I don’t want to be let down / By another perfect memory“ („Evergreen“) und „And I can feel the memory tainted / By the way I’ve changed“ („Dreaming of Falling“) ins Schwarze.
Auf ihrem letzten Album, „Sometimes, Forever“, gab es einige Synthesizer-Experimente. Hier beginnen die Songs mit ihrem sparsamen, aber malerischen Liz-Phair-Geklimper und entwickeln sich zu Pet-Sounds-ähnlichen Mikro-Epen. Die sehr bewegenden Ergebnisse erinnern an Find-the-River-Klassiker wie „Automatic For the People“ von REM. Dies ist Musik, bei der es nicht darum geht, über die Trauer hinwegzukommen, sondern darum, so ehrlich darin zu leben, wie man es von einem Menschen erwarten kann.
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