Betty Blitzkrieg – Voodookind

Auffallen um jeden Preis. Eine Eigenschaft die jeder kennt, die manchmal für einen selber von Nutzen sein kann, wohl dosiert auch andere für gut finden können, aber in der Regel nervt diese Einstellung jeden Menschen, der mit so einem Nachbarn, Kollegen oder eben dem aufdringlichen Kommerz in Fernsehen und Internet auskommen muss. Penetrant drängen uns die süßlichen Frauenstimmen aus den Werbungen Ihre Abzock-Klingeltöne auf, die Quizshows verlangen unerbitterlich Städtenamen mit den gleichen Anfangs.- und Endbuchstaben. Doch im Fall von Betty Blitzkrieg wird das alles beschriebene bei Weitem in den Schatten gestellt. Demonstrativ anders sein. Da interessiert es nicht wie peinlich es auf den Außenstehenden wirkt, das Betty Blitzkrieg eigentlich ein Mann mit tätowierten Penis ist und schon überhaupt nicht, was die für dumm verkaufende Bevölkerung darüber denken könnte. „Meine Musik ist aus einem Teig gemacht, der Leck mich am Arsch heißt“ So ist das mit David Sobol, manche werden eben niemals wirklich erwachsen, stecken in der Pubertät fest und wundern sich noch immer, wenn am frühen Morgen die Schlafanzughose verklebt ist. Oder will der hüftsteife Deutsche einfach nicht die Party Mentalität von Betty Blitzkrieg verstehen, dessen Vater ein italienischer Mafiapate und seine Mutter eine Hure war? Sagt er zumindest selbst. „Ich will rocken, weil ich glaub, yeah ich werd von Rock gebraucht“, heißt es zudem weiter in der ersten Single ‚ Wir feiern anders ‚. Am im Gegensatz zu Ihm, wissen wir natürlich: Glauben ist nicht wissen. Und das Herr Sobol nicht vom Rock gebraucht wird, kristallisiert sich bereits nach dem Intro in seiner vollen Pracht heraus. Doch ganz ohne musikalische Vorgeschichte ist auch er nicht. Immerhin zählt zu seinen größten Erfolgen die Co-Produktion der Popsängerin Sha. Aber das war es eben auch schon. Viel Geld wurde von der Plattenfirma hinein gesteckt um David Sobol in den Medien wie einen Parasiten festzusetzen. Ein Konzept das leider immer noch zum Erfolg führt. Die Passagen in den Songs sind sowieso meistens geklaut, von Falco bis Michael Jackson ist alles dabei und mit tätowierten Mittelfinger macht er gleichzeitig noch Werbung für die aktuelle Platte ‚ Voodookind ‚. „Jackpot Baby. Fick mich, ich bin reich.“ oder „“Ich geb’n Fick drauf / Ihr könnt mir gar nix verbieten / Mach die Musik laut / Wir wollen Ärsche und Titten“ ist natürlich für die pickeligen und pubertierenden Schulabbrecher genau das Richtige, um sich mit aufgedrehten Handy vermeintlich lässig durch die Straßen zu bewegen. Für alle anderen die reinste Körperverletzung. Oder um abschließend mit der Ausdrucksweise von Betty Blitzkrieg zu argumentieren: ‚ Voodookind ‚ ist voll für’n Arsch. Hau die Kohle lieber im Puff auf’n Kopf.