Shura – forevher

Shura’s Fortsetzung des Debüts von „Nothing’s Real“ ist eine leichtere, romantischere und gefühlvollere Platte als die des Vorgängers. Das Gefühl von „Forevher“ beschreibt die Sängerin am besten bei „BRKLYNLDN“ in ihren eigenen Worten: “I don’t want to get out of bed, but baby there’s a whole world out there and I want to see it with you”. Die 28-jährige Songwriterin aus London wirkt dabei nicht naiv, sondern hat hier etwas Hoffnungsvolles und Entzückendes geschaffen. Die Single fängt den Übergang von der Ferne zum Zusammenleben und das luftige, glückselige Gefühl ein, zum ersten Mal wirklich zusammen zu sein. “Summer. In love. I think you’re awesome”. Es ist so locker, so leicht. Und das macht es schön. Gepaart mit dem sonnigen Saxophon gegen Ende des Songs zeigt die entspannte Lyrik eine idyllische, jugendliche Liebe – eine scheinbar unantastbare. Dies spiegelt sich im Albumtrack „flyin'“ wider, gefüllt mit verträumten „sha la la la’s“, leicht funkelnden Synthesizern und der unverblümten Aussage: “I am in love with you”.

„the stage“ spricht auch von einem goldenen Moment, in dem sich die Liebenden im Wunder des anderen verlieren. Während auf Shura’s Debütalbum oft gezögert und hinterfragt wird, sehen wir hier, wie sie sich dem Nervenkitzel der Romantik hingibt. Die Gesänge sind lustvoll und leidenschaftlich, während sich die Musik dahinter entspannt anfühlt. Dies ergänzt die schwindelerregende Nervosität, die in den Texten dargestellt wird. Bei den Liebenden geht es nicht so sehr um Angst, sondern vielmehr um Aufregung und Eifer – ein Spiegelbild der zuvor in der Aufzeichnung dargelegten Gefühle. Das Drama und die lebendigen Bilder von „the stage“ sind auf dem gesamten Album zu sehen. Songs wie „princess leia“ lesen sich wie eine Geschichte auf der Rückseite einer Postkarte. Aber es ist eine ebenso insulare und nostalgische Platte wie auch eine gesteigerte Dramatik zu beobachten – jeder einzelne Song fühlt sich wie eine endlose Traumlandschaft an, besonders gegen Ende des Albums.

Eine der größten Stärken des Albums ist die ernsthafte Sinnlichkeit. Das Album ist nicht lyrisch verziert, sondern eher simpel. Auf blumige Bilder wird verzichtet, um die körperliche Sinnlichkeit zu beschreiben, die dem Album durch ihren Charme und ihre Relativität eine ernsthafte Poetik verleiht. „Forevher“ ist ein äußerst raffiniertes Album von überraschender Vielfalt. Es ist nicht nur der perfekte Soundtrack zum Ende eines Sommers, sondern auch für all die Monate danach, wenn man sich daran erinnern möchte.