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Nahaufnahme eines blauen Auges im Nebel, Albumcover von Sally Shapiros Ready to Live a Lie mit zartem Schriftzug vor pastellfarbenen Wolken.
ALBUM

Ready to Live a Lie SALLY SHAPIRO

2025
MSTAX ALBUMPROFIL

SALLY SHAPIRO verbinden auf ihrem neuen Album READY TO LIVE A LIE tanzbare Italo-Disco-Melancholie mit bittersüßer Ehrlichkeit über Trennung, Schutzmechanismen und die Schönheit des Schmerzes.

Sie tanzt nicht, um zu vergessen. Sie tanzt, um zu erinnern. Als junge Tänzerin in einem Studio voller Spiegel, Neonlichter und glatter Böden kennt sie das Gefühl, sich in Bewegungen zu verlieren, die eigentlich gefunden werden wollen. In diesen Nächten ist Sally Shapiro ihr Soundtrack – mal verträumt, mal aufgewühlt, immer bittersüß. Und mit „Ready To Live A Lie“ öffnet sich ein neues Kapitel in dieser jahrelangen, leisen Beziehung zwischen Künstlerin und Zuhörerin.

Sally Shapiro, das mysteriöse Projekt einer anonymen Sängerin und des schwedischen Produzenten Johan Agebjörn, ist seit jeher ein Zuhause für alle, die den Schmerz lieben gelernt haben. „Ready To Live A Lie“, erschienen auf dem Label Italians Do It Better, ist nicht nur ihr fünftes Studioalbum, sondern vielleicht auch ihr emotional mutigstes. Während frühere Werke sich in den Euphorien romantischer Tagträume suhlten, herrscht hier eine neue Klarheit – eine, die nicht mehr auf Hoffnung baut, sondern auf Erkenntnis.

Das Cover spiegelt diese neue Offenheit: Ein Auge, klarblau, zwischen Nebel und Haarsträhnen – als würde es fragen: „Hältst du meinen Blick aus, auch wenn du weißt, was darin liegt?“ Diese Offenheit findet sich gleich zu Beginn, in “The Other Days”: „So bittersweet when I lied to you“ – der erste Takt einer Wahrheit, die sich wie Nebel um die elf Tracks legt. In „Hard To Love“ heißt es: „Please don’t tell me the truth, if it hurts I’ll get bruised“. So beginnt ein Album, das sich als Spiegel innerer Widersprüche versteht.

Zwischen synthlastigen Hymnen wie „Purple Colored Sky“ oder dem druckvollen „Guarding Shell“ wird aber nie der Zugang zum Tanzboden verloren. Die Musik bleibt Bewegung, selbst wenn das Herz stillsteht. „Rain“, das Finale, lässt die Hüllen endgültig fallen. Ein Klavier. Sally’s Stimme, fast hauchend. Dann Regen. Keine Beats mehr. Nur der Nachklang einer Beziehung – und eines Albums, das sich wie ein verlorener Abschiedsbrief anfühlt. 

Diese Musik ist nicht für die großen Momente. Sie ist für die Zwischenräume. Für den Blick aus dem Fenster in der U-Bahn. Für das Lichtspiel auf dem Parkett. Für Tänzerinnen, die wissen: Auch Lügen können tröstlich sein.

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Nahaufnahme eines blauen Auges im Nebel, Albumcover von Sally Shapiros Ready to Live a Lie mit zartem Schriftzug vor pastellfarbenen Wolken.

Sally Shapiro – Ready to Live a Lie

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Das Album anhören

Anspieltipps: The Other Days, Purple Colored Sky, Rain

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