Ryan Adams – Heartbreaker

Zehn lange Jahre sind nun schon vergangen, ein ganzes Jahrzehnt musste dieses fabelhafte Debütwerk von Ryan Adams im Schatten seiner Nachfolger fristen. Dabei bietet ‚ Heartbreaker ‚ doch einen wunderschönen Einblick in die Gegenseite des Ryan Adams. Gehörten ‚ Gold ‚ und ‚ Love Is Hell ‚ eher zu den eingängigeren Alben, benötigt es besonders bei ‚ Heartbreaker ‚ mehr als nur einen Blick, um die ruhigen Melodien im Country Gewand vollständig für sich zu entdecken. Der Opener ‚ To Be Young (Is To Be Sad, Is To Be High) ‚ setzt die Lautstärke oben an und verringert diese im Laufe des kompletten Albums. Davor hört man noch ein unterhaltsames Intro, in dem ein kleiner Streit über die korrekte Auslegung eines Morrissey Songs gestritten wurde. In zwei Wochen wurde die Platte in Nashville aufgenommen und dazu durften natürlich auch nicht Country Sängerin Gillian Welch samt David Rawlings fehlen. Der Einfluss ist allgegenwärtig und verwandelt so die 15 Songs in eine lockere, offene und herzliche Angelegenheit. Es ist ein klarer Verzicht auf Rock’n’Roll spürbar, der zu Gunsten eines Sounds geopfert wurde, der Low-Key-Folk-Rock in einem urigen Bluegrass-Akzent Sog verbindet, während die gesamte Produktion und Arrangements eher unter subtilen Verhaltensmustern Ihre Wege suchen und dabei schonend auf Ihre Umgebung einwirken, bilden Sie im Ausgleich eine ungeheuere emotionale Ebene. Als Songwriter beschäftigt sich Adams auf ‚ Heartbreaker ‚ mit den Höhen und Tiefen in der Romantik mit einem kräftigen Schuss Optimismus in Stücken wie ‚ Whiskeytown ‚, ‚ My Winding Wheel ‚ und ‚ Damn, Sam (I Love A Woman That Rains) ‚. Eloquent tröpfeln die Herzschmerz-Angelegenheiten in ‚ Come Pick Me Up ‚ und eröffnet dem Hörer seine schönsten Stunden im Duett mit Emmylou Harris auf ‚ Oh My Sweet Carolina ‚. Da wo Ryan Adams herkommt ist der Süden wie die Sonne – man kann Ihr einfach nicht entkommen. Genauso verhält es sich mit seiner Musik. ‚ Heartbreaker ‚ ist eine Trinker-Album, eine Ode an die Trauer, die sich ausschließlich in den dunklen und schmutzigen Ecken des menschlichen Herzens aufhält. Das ist wahre Musik in der Sprache der Einsamkeit, Depression und vor allen dem angesprochenen Herzschmerz in all seinen verschiedenen Formen. Und irgendwie macht es durchaus Sinn, dass dieses Album ausgerechnet als Solodebüt von Ryan Adams den ersten Platz belegt. Eine Platte die kluge Geschichten erzählen kann, seine tiefen Wurzeln in der alten Schule der Country Musik geschlagen und mit dieser Philosophie fast jeden Song auf ‚ Heartbreaker ‚ zu einem Juwel geschliffen hat. Abschließend ist dieses Werk wohl der Soundtrack zu den letzten zehn Minuten jeder Beziehung, in der langsam aber stetig alles vor dem geistigen Auge zu Bröckeln beginnt. Ryan Adams überzeugt dabei nicht nur mit seiner einzigartigen Stimme, sondern zeigt uns das Ergebnis einer Platte von erstaunlicher musikalischer Kompetenz, einer lückenlosen Ehrlichkeit und einer strengen wie gebieterischen Schönheit.