Protomartyr – Ultimate Success Today

Wenn das neue Album von Protomartyr zu seinem kakophonen Abschluss kommt, ist klar, dass Casey’s Vorhersage wahr geworden ist: “This is the dawning of the day without end when fear steps into light“. Protomartyr wirken wie das unheilige Experiment aus der schrecklichen Mutation aus The Doors und den prallen Tönen der Stooges, Captain Beefheart und Public Image. Es ist also auch klar, dass dies kein Album für schwache Nerven ist. Hinzu gesellen sich Post-Punk-Aufständische wie The Fall, The Cure und Wire bis hin zu der gewölbten Angst und den Ausdrucksformen von Joy Division, Pere Ubu und The Bad Seeds. In der Tat hat Casey sowohl mit Ian Curtis als auch mit Nick Cave viel gemeinsam, obwohl sein scheinbar unersättliches Gefühl des Untergangs ihn durch seine geistige Umsicht und die anhaltenden Wutausbrüche am engsten mit Jim Morrison verbindet.

Diese neue Platte mit Namen „Ultimate Success Today“, soll uns an die Dringlichkeit und das Vitriol ihres Debüts erinnern, wie Frontmann und Texter Joe Casey erklärte: “Listening to No Passion, All Technique again, I could hear myself hoping for an introduction and a long future, but also being cognisant that it could be ‘one and done’ for us. So, when it came time to write Ultimate Success Today, I was reminded of that first urgency.” Dieses Gefühl der rücksichtslosen Verlassenheit ist hier bei „Ultimate Success Today“ zu finden, aber die Entwicklung der Band hat dazu geführt, dass dies zumindest klanglich eine viel fortgeschrittenere und progressivere Platte ist als das Debüt. Der dringende und freche Post-Punk des Debüts hat sich im Laufe der Zeit zu einer ganz eigenen Mischung aus dicht geschichtetem Noise Rock, ominösem Art Rock und dreckigem Punk entwickelt, der noch nie so relevant geklungen hat wie im Jahr 2020.