Placebo – Meds

Nun hat auch ‚ Meds ‚ die hiesigen Gefilde erreicht, verhüllt Uns wiedermal langsam mit dem gleichnamigen Opener in Dunkelheit und bringt die bekannten Zutaten innere Zerrissenheit, Depressionen sowie Schmerz unter das Land – Placebo typische Merkmale eben. Kalt aber auch irgendwie fasziniert stehen dort die Menschen, sehen auf zum Himmel und betrachten das alle paar Jahre wiederkehrende Spektakel einerseits mit Vorfreude, aber auch mit einer gewissen Ablehnung die sich seit ‚ Sleeping with Ghosts ‚ in den Köpfen der Menschen festgesetzt hat. Lieferte doch diese Platte die ersten Ermüdungserscheinungen, ließ aus dem Sturm gegen Ende hin ein laues Lüftchen werden. Hier wird einem aber erstmal Hoffnung auf mehr gemacht. ‚ Meds ‚ beginnt mit den bekannten Intro- Gitarren aus Every You Every Me, wird abgelöst durch die Stimme von Alison Mosshart (The Kills) die im Mittelpunkt des Geschehen Ihre schnell aufsteigend, rotierenden Kreise zieht und in vorwurfsvollen Ton fragt: „Baby, did you forget to take your Meds?“. ‚ Infra- Red ‚ füttert den weiter anwachsenden Sturm, verdunkelt sich und lässt die ersten Tropfen auf die Dächer herab prasseln. Doch plötzlich reißt es in der dicht gedrängten Wolkendecke ein wenig auf, es fällt leichter Sonnenschein zu den dort austretenden Tönen von ‚ Drag ‚ herab, dass sich verzweifelt dem sonst so düsteren Schauspiel zu entziehen versucht und die positiven Gedanken kurz zurück holen kann. Das scheint dem anfangs auf Verwüstung eingestelltem Schauspiel nicht gefallen zu haben, denn es schickt den düsteren Song ‚ Space Monkey ‚ auf die Menschheit los. Langsam aber doch bedrohlich und zielgerichtet bannt sich der Song einen Weg nach unten hindurch. Unten angekommen wird er von ‚ Follow The Cops Back Home ‚ abgelöst, das sich einen Eindruck des bisher entstanden Schadens macht. Mit guten Dingen und einem Gefühl auf dem richtigen Weg zu sein geht es weiter mit ‚ Post Blue ‚, das fast schon ein wenig triumphierend und überheblich mit dem Finger auf uns zeigt. Das keineswegs zum Nachteil sein soll nur kommt es zu früh. Denn mit ‚ Because I Want You ‚ und ‚ Blind ‚ wird dem Sturm der Wind aus den Segeln genommen bevor er dann mit ‚ Pierrot The Clown ‚ fast vollkommen zum Stillstand kommt. Es scheint kurz so, als wäre der Spuck schon vorüber bevor er richtig begonnen hat. Erst mit ‚ Broken Promise ‚, einer zwiegespaltenen Nummer, nimmt das Ganze wieder die gewohnte und erhoffte Fahrt auf. Während der Song zu Anfang noch sehr leise und nachdenklich stimmt ändert sich das aber schnell ins Gegenteilige. Mit ‚ One Of A Kind ‚ kann man dann entspannt aufatmen, die Erholungspause wegen vorzeitigen Ermüdungserscheinungen im Mittelteil wurde abgelegt. Aber leider konnte sich die Platte nicht ganz davon befreien. Denn einmal muss sie noch mit ‚ In The Cold Light Of Morning ‚ einstecken können. Nach Track 12 haben Placebo genug angerichtet, in erster Linie im positiven Sinne, und ziehen mit ‚ Song To Say Goodbye ‚ den wohlverdienten Rückzug an. Das angerichtete hinterließ seit langen wieder nachhaltige Wirkungen von denen man auch in Jahren noch sprechen wird.