Pixies – Beneath The Eyrie

Geschichten über Hexenflüche in „On Graveyard Hill“ und die Reinkarnation von Geistern in „Daniel Boone“ sind die beherrschenden Themen auf dem neuen Album der Pixies. Es fühlt sich an, als wären sie aus der alten Folklore ausgegraben worden. Über die 12 Tracks des Albums hinweg tragen gespenstische Orgeln und von der Gitarre ausgewählte Moll-Tonarten dazu bei, diese dunkle, gotische Stimmung zu zaubern. Trotz all seiner Dunkelheit strotzt „Beneath the Eyrie“ vor wunderschönen Melodien, die wir von diesen Indie-Rock-Giganten aus den späten Achtzigern im Vorfeld erwarten durften. Die Pixies sind eine der einflussreichsten Bands aller Zeiten, wobei alle von Nirvana bis Radiohead sie als Einflüsse zitieren. Dies liegt wohl an der kompromisslosen Natur der Pixies, aber es bleibt auch die Tatsache, dass nur sehr wenige Bands einen Katalog aufweisen können, der so konstant gut ist wie der ihre.

Glücklicherweise ist „Beneath The Eyrie“ die perfekte Ergänzung zu diesem Kanon. Es ist eine Platte, die an einige der besten Momente der Band erinnert und sich trotzdem frisch und aufregend anfühlt. „Indie Cindy“ aus dem Jahr 2014, gefolgt von „Head Carrier“ aus dem Jahr 2016, waren dagegen die mit Abstand am wenigsten interessantesten Aufzeichnungen. Aber im dritten Anlauf liegt der Reiz: „Beneath The Eyrie“ ist das beste Pixies-Album seit 28 Jahren, eine auf den Punkt gebrachte Zusammenstellung aus Riffs und Melodien, die weder an Qualität verlieren noch an die Grenzen der Vergangenheit stoßen. Es wird keine Anhänger zurückgewinnen, die den Sturz der Band als persönlichen Verrat betrachteten, aber es kommt der Beschwörung des heiteren Schreckens der klassischen Alben der Pixies näher als alles, was sie seit ihrer Wiedervereinigung veröffentlicht haben.

Einzuordnen wäre die neue Platte zwischen „Trompe Le Monde“ und „Indie Cindy“. Es ist eine Sammlung von zumeist guten – ein paar unvergesslichen und eine Fülle sehr guter – Songs, die definitiv gehört werden sollten. Aber die letzten paar Alben waren auch eine Erinnerung daran, die einstigen Helden von früher nicht für selbstverständlich zu halten.