Automatic – Signal

Izzy Glaudini, Lola Dompé und Halle Saxon kommen aus Los Angeles und kamen 2017 zusammen. Ihr explosiver Sound erinnert in Teilen an Le Tigre und begeistern ihrerseits durch einen unscharfen und rücksichtslosen Sound, der mit rhythmischen Beats, summenden Synthies und fantastischen Melodien befeuert wird. Das Debüt des Trios ist eine Mischung aus Post Punk und No Wave, nicht zuletzt durch die persönliche Beziehung zu dieser Ära. Ihr perkussiver Motor ist Lola Dompé, die Tochter des Bauhaus-Schlagzeugers Kevin Haskins. Automatic bevorzugen zwar etwas hellere Farben, aber „Signal“ ist dennoch ziemlich dunkel und sogar gruselig.

„I Love You, Fine“ beginnt zudem mit mehr als nur einem Hinweis auf die elektronischen Acts der frühen 80er wie Tubeway Army oder OMD. Bassgitarre kennzeichnet den Gitarrenschlag, während uns Synthesizer und die einfachen Texte nostalgische Knochen hinwerfen. In einem David Lynch-Filmsoundtrack wäre das nicht verkehrt. Im Gegensatz dazu sind die beiden ersten Singles „Too Much Money“ und „Calling It“ lebhafte Prahlereien. Automatic sind Minimalisten und zeigen das am Deutlichsten im herausragendsten Track des Albums: „Highway“, das an „Blue Monday“ von New Order erinnert, enthält nur die Zeile, “I drive all night”, aber die Musik fängt den unruhigen Wunsch nach Flucht ein. Der Trommelschlag ist prägnant, die flachen Pieptöne treten auf und verschwinden wie Lichtblitze. 

Obwohl der Großteil der Produktion spärlich und kontrolliert erscheint, ist „Signal“ reich an Genreeinflüssen. Es ist ein fantastisches Album, das die Qualität des Sounds hervorhebt, den diese Band kreiert. Man genießt die Melodien, die ein Drama aufbauen und ein angespanntes Gefühl erzeugen, dass sich über die gesamte Platte zieht und ein so aufregendes Hörerlebnis ermöglicht.