Peter Ivers – Becoming Peter Ivers

Eine neue Sammlung der Werke des verstorbenen Songschreibers Peter Ivers zelebriert noch einmal den Witz, die Reichweite und den ungeschliffenen Charme seines schrulligen Pops. Der im Jahr 1983 verstorbene Ivers hatte ein reiches Leben, lange bevor er in den 1970er Jahren nach Südkalifornien übersiedelte – als Harvard-Student, Harmonika-Virtuose und als Solokünstler. Dort komponierte Ivers „In Heaven“ für David Lynch’s Debütfilm Eraserhead, moderierte die öffentlich zugängliche Varietéshow New Wave Theatre und nahm zahlreiche Demokassetten auf, die zum Zeitpunkt seines ungelösten Mordes 1983 eine Menge an Pop-Kuriositäten hinterließen. 

Auf dem Weg zu „Becoming Peter Ivers“ präsentiert uns diese Sammlung seine bizarren und wunderschönen Aufnahmen, von denen einige noch nie das Licht der Welt erblickt haben. Es ist eine Peinlichkeit des Reichtums, die Ivers als den verrückten König des Schlafzimmer-Pops krönt, Jahrzehnte bevor das Genre existierte. Wer den Namen Peter Ivers bisher nicht kannte muss kein schlechtes Gewissen haben. Auch nicht als Fan von New Wave und Punk oder als Fan von David Lynch. Ivers war häufiger als Befürworter der Musik bekannt und weniger als Musikschreiber. Er hatte in der Tat mehrere Alben aufgenommen – 1969 erschien „Knight of the Blue Communion“, 1974 folgte „Terminal Love“ und 1976 das selbst betitelte Album. 

Trotzdem war er vor allem als Fernsehmoderator bekannt und präsentierte bis zu seinem tragischen Tod 1983 den absolut unverzichtbaren Kultklassiker New Wave Theatre. Das erste Album hat wenig Ähnlichkeit mit den Songs auf „Becoming Peter Ivers“. Seine ersten Versuche waren von Jazz und Blues geprägt und sollten in Zukunft zu etwas Eigenartigem werden. Die beiden anderen Alben gingen auf New Wave zu. Viele der Songs hier würden auf den beiden letztgenannten Alben landen. In einer Zeit, in der es sehr viel schwieriger ist, Musik zu machen, die aufrichtig seltsam erscheint als früher, ist „Becoming Peter Ivers“ eine von Herzen kommende Hommage an einen Mann und man darf unendlich dankbar sein, dass RVNG diesen bisher unveröffentlichten und einzigartigen Erfinderreichtum zur Verfügung gestellt hat.