Pete & The Pirates – Little Death

Mittlerweile dürften auch die letzten Indie-Neulinge unter Uns wissen, womit Sie es bei Klängen wie diesen zu tun haben. Während ‚ I´ll Love ‚ noch kläglich versucht, unter einem großen zerrissenen Umhang des Schweigens seine Herkunft zu verbergen, reißen gleich darauf bei den unglaublich ins Tanzbein schiesenden Riffs von ‚ Come On Feet ‚, für die kurze wie ebenso schmerzlose Auflösung. Gewusst hat man es davor schon, aber was dagegen wirklich für Erstaunen sorgt sind eben diese straighten und dahin geschmissenen Riffs, die absolut keine Bedenkzeit verlangen sondern einfach den klaren Befehl zum Abrocken geben. Die Hemmungen dürfen bei Songs wie ‚ Come On Feet ‚ oder dem süß mit dem Kopf wippende ‚ Mr. Understanding ‚ kompromisslos über Bord geschmissen werden. Auch der Abschlusssong ‚ This Thymne ‚ verzaubert noch einmal mit herzzereisenden Melodien und einer Stimme, der es nicht zu entkommen gilt. Sänger Thomas Sanders weiß Sie geschickt einzusetzen, lässt sich dabei von den schwingenden Rythmen treiben und verpasst Ihnen im richtigen Moment einen kleinen Schubs nach Vorne. Oft ist es der Fall, dass die Stücke verhalten beginnen und erst gegen Mitte hin sich wie ein gebrochener Damm mit voller Wucht entladen. Sie klingen zuweilen auch wie eine weniger dramaturgische Form der Futureheads. Mit stimmlicher Unterstützung von Peter Cattermoul als zweiter Sänger folgt besonders in ‚ Humming ‚ ein Duett in Perfektion, dass sich Sanders Tempoverschärfungen geschickt entziehen konnte. Bis zum offiziellen Albumrelease beglückten uns Pete & The Pirates bereits mit drei Singles, darunter auch ‚ Knots ‚, das zwischen den beiden Hymnen ‚ Come On Feet ‚ und ‚ Mr. Understanding ein wenig die Farbe verliert. Auf ‚ Little Death ‚ ändert sich die Perspektive zu Gunsten von ‚ Knots ‚, denn auch die Pirates schaffen es nicht, auf vierzehn Songs permanent für qualitativ hochwertigen Nachschub zu sorgen. Insgesamt bewegen sich die Tracks unter der drei Minuten Marke mit Ausnahme von ‚ Song For Today ‚, das über vier Minuten aufweißen kann. Leider fehlen hier die geschickt plazierten Wendungen und lassen den Song nicht nur in seiner Länge allein im Wald zurück, auch von der Qualität muss er Abstriche einstecken. Auch ‚ Eyes Like Tar ‚ besticht nicht gerade mit ausgefeilten Ideen und hinterlässt leider eine weitere Lücke in dem sonst markelosen Gebilde. Produziert von Gareth Parton, der bereits mit dem Go! Team oder auch den Foals zusammen gearbeitet hat, präsentiert dennoch einen äußerst gut gelungenen Einstieg von Pete & The Pirates in die große Indie- Welt. Mit viel Romantik und unzähligen Textpassagen, teils amüsant teils schnulzig: „Time for bed/ Find a girl and go to bed/ Close your eyes/ Stars are falling von the sky“ in ‚ Dry Wings ‚, verabschieden sich schließlich die vier Engländer mit einer überdurchschnittlichen Platte und der bereits tausendfach gestellten Frage, ob hier denn Pete Doherty die Hände im Spiel hatte mit einem klaren Nein.