Them Crooked Vultures – Them Crooked Vultures

Sind wir bereits auf den Hype aufgesprungen? Gehören wir dazu, weil wir diese neue Supergroup ebenso finden wie den korrekten Begriff, nämlich brilliant? Es bleibt am Ende wohl eine persönliche Auslegungssache, der zumindest nicht der Umstand abgesprochen werden darf, dass Them Crooked Vultures einem hier tatsächlich hochwertiges Material auf die Ohren pressen. Zwar machen es uns die Herrschaften um Josh Homme, Dave Grohl und John Paul Jones zu Anfangs mit dem Opener ‚ No One Loves Me & Neither Do I ‚ nicht gerade einfach den richtigen Einstieg in das Debüt zu finden. Doch spätestens mit der Schlussoffensive auf den letzten Minuten sollten die ersten Zweifel, einer vielleicht doch zu oft in den Felsen geworfene Supergroup, diskret im staubtrockenen Wüstensand zerflossen sein.

Im zweiten Stück darf dann auch der Frontmann der Foo Fighters ein paar Textzeilen ins Mikro rotzen, wenngleich das stimmliche Hauptaugenmerk auf der unwiderstehlichen und markanten Stimme von Homme beruht. Ausgefallenes darf selbstverständlich auch nicht fehlen und so übernehmen am Ende des zweiten Stückes noch die etwas zümpftigeren Klänge das Zepter. Beherzt und im Stil der Queens of the Stone Age wälzt sich ‚ New Fang ‚ umständlich aber äußerst effektiv durch die knappen vier Minuten, verliert sich in der Mitte für einen ausreißerischen Trip in den dunklen Ecken gefährlicher Gitarrenmonster und wird kurz vor der tödlichen Falle mit den treibenden Drums zurück auf die Spur gezerrt. Mit ‚ Dead End Friends ‚ enthüllen Them Crooked Vultures ‚ dann Ihr erstes Highlight in Form eingängiger Hooks, ungeheuer intensiven Riffs und dröhnenden Melodien. Hier wird gerockt, was das Zeug hält.

Eine Aussage die im späteren Verlauf der Platte noch öfters Erwähnung finden könnte, denn gleich der darauf folgende Track ‚ Elephants ‚ macht nicht nur seinen Namen alle Ehre, sondern übernimmt auch gleich den Gegenpart des blutrünstigen Raubtiers. Tempowechsel und atemberaubende Verfolgungsjagten lassen kaum Luft zum Atmen. Aber wozu auch? Zeit zum Atmen bleibt nach den dreizehn Songs mehr als genug. Denn an die eigene Notration wird man zum Glück nie greifen müssen. Dafür spielt das Trio dann zu oft auf Zeit, wie im etwas langatmigen ‚ Scumbag Blues ‚. Wenngleich es für diverse Gitarren Fetischisten genau der richtige Stoff sein dürfte, um niedere Instinkte für die nächsten Minuten befriedigen zu können. Eingängig und gemächlich rollen die Melodien in ‚ Bandoliers ‚ durch vegetationsarme Gebiete, entkommen gegen Mitte gerade noch einem aggressiven und wütenden Sandsturm und übergeben an das nicht weniger ungestüme ‚ Reptiles ‚.

Nach kleinen Klangexperimenten werfen uns Them Crooked Vultures mit ‚ Warsaw Of The First Breath You Take After You Give Up ‚ schließlich wieder ein Acht-Minuten-Stück in den Rachen. Es zeigt, wie auch der Schlusstrack ‚ Spinning In Daffodils ‚, beständig seine guten und überzeugenden Argumente. Was bleibt ist eine Überlänge, die mit Sicherheit nicht jeder so ohne Weiteres unterschreiben würde. Daran mögen sich die Geister spalten, wenngleich es wieder eindrucksvoll beweist, was bei Josh Homme, Dave Grohl und John Paul Jones seit Anbeginn Ihres Lebens steht: Die Musik. Und diese mächtigen Songs können sich trotz mancher Defizite, klar gegen alles derzeitige in müheloser Manier behaupten. Hin und wieder sogar mit einem überlegenen Lächeln auf den Lippen.

10