OSKA Refined Believer
Zwischen Hoffnung, Erinnerung und Aufbruch – warum OSKA’s REFINDED BELIEVER wie ein pastellfarbenes Tagebuch klingt, das zwischen den Zeilen lächelt und weint.
Sie liegt da, wie hingestreut von einer Brise, in einem orangefarbenen Pullover auf einem Feld, das fast zu still ist, um real zu sein. OSKA, alias Maria Burger, erzählt mit „Refined Believer“ von einem Leben zwischen Rückzug und Neuanfang, zwischen zartem Zweifel und dem Mut, sich wieder auf die Welt einzulassen. Ihr zweites Album ist ein melancholischer Indie-Pop-Fächer aus Klang und Licht, der sich sanft entfaltet – mit Songs, die wie Polaroids in der Abendsonne wirken: leicht verblasst, aber voller Gefühl.
Nach dem urbanen Puls von Wien und den Tourbühnen mit Tom Odell war der Weg zurück aufs Land fast ein Bruch. Doch dieser Umzug wurde kein Rückzug, sondern ein Perspektivwechsel. Die Lieder auf „Refined Believer“ erzählen nicht von Flucht, sondern von Verarbeitung – sie sind kleine Briefe an die Vergangenheit, mal wütend („The Final Straw“), mal voller Verzeihen („Gloria“), mal sanft entschwebend („Forever Blue“). In „It Happens Either Way“ tanzt OSKA am Rande des Erwachsenwerdens, irgendwo zwischen apokalyptischer Müdigkeit und Sonnenstrahl auf der Bettdecke: „Everybody’s gotta grow up someday / I still need you.“
Der Titeltrack steht wie ein Mantra über dem Album: „It takes time / It’s gonna take all my life“. Diese Worte sind kein Eingeständnis von Schwäche, sondern ein poetisches Bekenntnis zur Veränderung. Produzent David Kosten verleiht den Songs eine cinematische Leichtigkeit, als könnte jeder Moment die Schlussszene eines Films sein. Besonders eindrucksvoll: „Gloria“, die Geschichte einer jungen Frau, die sich aus den starrenden Blicken der Kleinstadt befreit und am Ende „Hallelujah“ singt, als sei ihr Herz wieder ganz.
Auch „April May July“ glänzt mit bittersüßer Ehrlichkeit – ein Song wie ein verlorenes Tagebuchblatt, das man Jahre später in der Jackentasche findet. Die Melodien fließen, nie aufdringlich, immer ehrlich. Und genau darin liegt die Stärke dieses Albums: Es will nicht groß sein, aber es bleibt. Wie der Duft von Flieder nach einem Sommerregen.
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