Helen – The Original Faces

»Felt This Way« und »Dying All The Time« knallten damals im Jahr 2013 mit voller Wucht in unsere Köpfe. Nun folgte die Überraschung in Form eines kompletten Albums. »Original Faces« ist das Ergebnis eines Kollektivs aus Liz Harris und Freunden (sowie die geheimnisvolle Helen selbst, die aber evtl. gar nicht real ist.), die eigentlich den ursprünglichen Plan einer Trash-Band verfolgten, sich aber nun als Pop-Gruppe definieren. Ja es ist zweifelsohne Pop-Musik. Aber kein Mainstream. Es ist letztlich schwer zu sagen, was genau das sein soll. Ich habe gehört, man würde es im allgemeinen als „Noise Pop“ bezeichnen. Belassen wir es dabei. »Allison« ist aus muskalischer Sicht ein repräsentatives Beispiel. Was erwartet man von diesem Titel? Der Song handelt wohl von einer Person, oder wurde von einer Person inspiriert. Man weiß das eigentlich nie so wirklich auf dem Album. So ist von Harris beinahe kein einziges artikuliertes Wort herauszubringen. Musikalisch sammelt der Song insbesondere im Refrain seine Macht. Ein wogender Höhepunkt aus erhebenden Gesängen, Komplexität und Komfort. Es könnte als romantische Ouvertüre interpretiert werden. »Dying All the Time« ist ein weiterer Song mit feierlicher Charme-Offensive. »City Breathing« zeichnet eine abendliche Szene am Sonntag zwischen gerösteter Farbe und Sonne-induzierten Strahlen. “Last night I had a wonderful dream. I don’t remember what happened, but it was great.” Helen schwelgen in Ihrem Album und umgeben sich dabei von einer flauschigen Aura. Es ist ein starkes Album. Sehr empfehlenswert.