Oh Land – Oh Land

Trotz des frühen Versprechens mit der einleitenden Single ‚ Wolf & I ‚ aus dem zweiten und gleichnamigen Album, gestalten sich die weiteren Songs von der Indie-Sängerin Oh Land aus Dänemarik eine ausgesprochen mittelmäßige Angelegenheit. Ihre Platte ist Retro, elektronisch und auch ein wenig Post-Dubstep. Das Ergebnis ist niedliche Popmusik, zwar geschmackvoll und anspruchsvoll, hip, vielfältig und immer lebendig – doch auf Dauer wird eine Vergesslichkeit über die elf Songs ziehen. Nanna Øland Fabricius ist eine starke, selbstbewusste und talentierte Frau – mit einem klaren unverkennbaren Sound, der ein kleines Fragment eingenommen hat um dort mit seinen Mosaiksteinchen zu experimentieren. Blicken wir hinter Oh Land, entdeckt man auf der einen Seite den Beyoncé-Veteran Dave McCracken. Auf der anderen den ehemaligen Produzent von Franz Ferdinand und Hot Chip Dan Carey. So ist die Bühne vielleicht etwas glitzernd, aber auch eigenwillig gesetzt. Oh Land bewohnt jedoch ein laue Mitte zwischen den beiden Extremen – bietet vergoldeten skandinavischen Chart-Pop und verführt, was man als besonders problematisch sehen darf, mit einer fehlenden Atmosphäre. Das Eröffnungsstück ‚ Perfection ‚ ist ein ungeschickter Griff auf die Misery-Ära von Blonde Redhead mit seinen weitläufigen Strukturen, während ‚ Voodoo die Linie zwischen Inspiration und Irritation in der Kostümierung als Marina and the Diamonds wählte. ‚ Helicopter ‚ könnte die fade Ausgabe eines Feist Tracks sein, während ‚ Human ‚ die scheinbare Kopie von ‚ Daniel ‚ der Bat For Lashes ist. Doch die Dame hat auch Ihre eigenen Momente wie im überschäumenden ‚ We Turn It Up ‚, dass ohne große Schwierigkeiten den beiden Tracks ‚ Pumped Up Kicks ‚ von Foster The People und ‚ Go Outside ‚ von Cults Konkurrenz machen würde. Schlussendlich bleibt aber die schöne Dänin eine hinterhältige Ablenkung eines ansonsten faden Albums.

5.1