Of Montreal – False Priest

Alles um Of Montreal ist ein kunterbuntes Schauspiel, und da machen die Live-Auftritte der Band keine Ausnahme. Angeführt von Frontmann Kevin Barnes, feiern Of Montreal frenetische Konzerte mit aufwändigen Sets, mehreren Kostümwechseln und synchronisierten Tanzeinlagen. Angetrieben wird das Spektakel natürlich wie immer, durch die unvorhersehbaren Songs. Derzeit befinden sich Of Montreal mit Ihrer neuen Platte ‘ False Priest ‘ auf Tour und machten in Washington, DC einen Zwischenstopp, um dort ein exklusives Konzert abzuhalten. Lässt man seinen Blick weiterhin durch die unzähligen Konzerte von Of Montreal gleiten, wird der Einzelne nichts negatives erkennen können. Aber vielleicht dient auch genau diese üppige und farbenfrohe Bühnenschow dazu, ein wenig von der abfallenden Qualität Ihrer Songs abzulenken. Doch zum Glück ist es nicht ganz so schlimm wie es der erste Eindruck vermuten lässt. ‚ Coquet Coquette ‚ bespringt den Hörer mit einer obsessiven jugendlichen Lust, surreale Perversionen durchbohren ‚ Like A Tourist ‚ mit Textzeilen wie, „You go to your favorite dark place/ Think of the auto de fé / Unicorns eating baby meat”, gefolgt von einer schrillen Falsetto-Stimme, “There’s a dragon rape if you want one“. Und zusätzlich gestützt werden diese Tracks auf gesamter Platte durch spezielle Gäste wie Janelle Monae. In düsterer Atmosphäre bewegen sich die Strophen zu ‚ Around The World ‚, dem vorletzten Track auf dem Album, durch Ebbe und Flut. Es ist auch stets interessant, wie sich die Kontraste auf ‚ False Priest ‚ gegenüberstehen: So findet sich neben diesen Highlights auch echtes Material zum Gruseln wieder. Denn ‚ I Feel Ya Strutter ‚ ist eine schlechte Scissor Sisters Kopie, die zuviel will und völlig das vorhandene Potential von Kevin Barnes missachtet. Aber auch Tracks wie ‚ Our Righteous Defects ‚ und ‚ Girl Named Hello ‚ scheinen einzig als zusätzliche Zeit auf der CD zu dienen. Dafür offenbaren sich Stücke wie ‚ Enemy Gene ‚ als echte Glanzmomente die, wenn wundert es, besonders durch die entzückende Melodie im Spiel gehalten werden. Auch weil eben dies nicht mehrmals um sich selbst gedreht wurde. Fast ähnlich gestalten sich hier ‚ Godly Intersex ‚ und ‚ Casualty Of You ‚, die beide mit viel Ehrzeiz um die Ecke rollen. Insgesamt bietet ‚ False Priest ‚ ein paar nette Nummern, tolle Ideen und wirkt dabei weder einfallslos, noch ist es vorhersehbar. Vielleicht ist ‚ False Priest ‚ am Ende aber auch nur wieder eine typische Of Montreal Platte geworden.

6.4