NINA CHUBA Ich lieb mich, ich lieb mich nicht
Zwischen Selbstliebe, Wut und Zerrissenheit: NINA CHUBA’s ICH LIEB MICH, ICH LIEB MICH NICHT erzählt von Großstadtträumen, innerem Chaos und der Suche nach Identität in 19 energiegeladenen Songs voller Rap, Pop und Balladen.
Nina Chuba hat längst den Sprung vom Kinderstar zur derzeitig vielleicht wichtigsten Popfigur Deutschlands geschafft. Nach ihrem viralen Hit „Wildberry Lillet“ und dem Debüt „Glas“ legt die Wahlberlinerin nun ihr zweites Studioalbum vor. „Ich lieb mich, ich lieb mich nicht“ bewegt sich zwischen Größenwahn und verletzlicher Ehrlichkeit, zwischen Rage-Girl-Attitüde und Selbstzweifel. Der Einstieg mit „Nina“ ist eine Ansage, fast eine Kampfansage: „Wer gesagt, ich war weg vom Fenster, hat gelogen, spiel’ die erste Geige, jetzt werden andere Saiten aufgezogen.“ Hier trifft selbstbewusster Rap auf drückende Bläser, und man versteht sofort, dass Chuba ihre Rolle als Stimme einer jungen Generation ernst nimmt.
Der Weg von Wedel nach Berlin war für Nina Chuba nicht nur ein geografischer Wechsel, sondern auch eine Transformation vom Seriengesicht der „Pfefferkörner“ zur Musikerin mit Millionenpublikum. Ihre Songs sind inzwischen fester Bestandteil von TikTok-Feeds und Spotify-Playlists, doch hinter der polierten Oberfläche steckt eine klare Bereitschaft, die eigene Verletzlichkeit zu zeigen. „Unsicher“ etwa ist ein Stück, das in seiner fast diaristischen Direktheit an Tagebuchseiten erinnert: „Ich bin noch nicht so gut da drin, ich leb’ gerade zum ersten Mal.“ Es sind diese Momente, in denen die Künstlerin sich entblößt, die das Album über das reine Entertainment hinausheben.
Doch „Ich lieb mich, ich lieb mich nicht“ will mehr als nur Intimität. Tracks wie „RAGE GIRL“ treten Türen ein, lassen Wut brodeln und fordern Raum für weibliche Aggression, die in der deutschen Poplandschaft selten so kompromisslos auf den Tisch knallt. Daneben gibt es Balladen wie „So lange her“, die Heimatgefühle und Jugendfreundschaften beschwören, und ausgelassene Hymnen wie „Jung, dumm & frei“, in denen urbane Nächte zwischen Späti, Plastikstühlen und Fernweh pulsieren. Die stilistische Vielfalt wirkt nicht immer kohärent, doch gerade die Sprünge machen den Reiz aus.
Das Cover zeigt Nina Chuba beim Rasenmähen, während sie ein überdimensionales Smiley in den Rasen schneidet. Der ironische Kontrast zwischen freundlich lächelndem Gesicht und ihrem fast genervten Blick spiegelt die Zerrissenheit des Albums. Ein Leben zwischen „Feier’ auch, wenn alles zerbricht“ und der Frage, ob Selbstliebe überhaupt dauerhaft erreichbar ist. Die 19 Songs streifen zwischen Euphorie und Überforderung, zwischen Konsumlust und dem Bedürfnis nach Ruhe. Manchmal klingt das nach Soundtrack einer Generation, manchmal nach Marketingprodukt. Aber immer bleibt Nina Chuba im Zentrum – eine Künstlerin, die sich weigert, in eine Schublade zu passen, und die genau daraus ihre Kraft zieht.
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