Navel – Neo Noir

„It’s a one-way street we’re walking, and it’s the road that makes the song“, heißt es im Stück ‚ It’s The Road That Makes The Song ‚ und blickt man zurück auf die bestrittenen Wege von Navel, gelangt diese Aussage durchaus in einen sehr überzeugenden Sinn. Immerhin spielten Sie bereits über 250 Konzerte in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zeit für die eigenen vier Wände bliebt hier kaum und so komponierte man wohl zwischen Fertiggerichten, holprigen Straßen, dem lärmenden Verkehr in den großen und kleinen Städten und nutzte schlussendlich kompromisslos den zugesprochenen Platz – auch wenn das für manch anderen zu wenig gewesen wäre. Für Navel war es ausreichend, um nebenbei das zweite Studioalbum ‚ Neo Noir ‚ aufzunehmen. Doch haben diese Umstände vielleicht einen hörbaren Schaden hinterlassen? ‚ Can’t Feel A Thing ‚ lässt im Titel noch schreckliches vermuten, aber mit dem Eintretten der gefürchteten Gitarren ist jeglicher Zweifel aus dem Hirn geprügelt worden. Keine Chance nach den ersten Sekunden zu reagieren, zu kapieren, oder zu realisieren was um einen herum passiert. Es geht alles viel zu schnell, die kreischenden Riffs, der allmächtige Gesang von Jari Altermatt und die pochenden Drums. Rock, Noise, Blues, Punk und Grunge werden zusammengewürfelt und zu einer explosiven Mischung verührt. Wer möchte diesen Coctail des Grauens injiziert bekommen? Vielleicht Menschen die es jetzt nicht glauben wollen, das Navel aus der Schweiz entsprungen sind. Die Schweizer haben es erfunden und brechen auch im nächsten Stück ‚ Speedbox ‚ mit einer auftürmenden Soundwand durch die angrenzenden Gebirge. ‚ Black Days ‚ könnte mit seinem erschütternden Gesang der Austritt einer versifften Bar sein, während ‚ Acid Queen ‚ mit lässiger Sonnenbrille und einem alten 1969er Chevrolet den Asphalt mächtig brennen lässt. In Momenten wie ‚ Freeland ‚ gelangen auch immer wieder der Black Rebel Motorcycle Club und The Picturebooks durch die Rhythmen, wenngleich die Eigenständigkeit von Navel definitiv nicht unter den Tisch gekehrt werden sollte. Der ungestüme Punk wird in ‚ It’s You (Yeah) geweckt, ‚ Rocking In The Free Worl ‚ mag eine Spur zu seicht ausgefallen sein und ‚ Hunger Child Blues ‚ spiegelt im Titel unmissverständlich die musikalischen Referenzen wieder. ‚ Blues On My Side ‚ lässt uns in Ehrfüchtigkeit erstarren und schlussendlich sollte die obengestellte Frage mit einem Selbstverständlichen „Ja, Ich will!“ beantwortet werden. Zweifel an der Unverträglichkeit wurden ausgeräumt, der eigene Anspruch wurde mit ‚ Neo Noir ‚ um eine weitere Stufe angehoben und bei uns wird die Platte noch einiges länger auf mobilen Endgeräten und der Festplatte Ihre Rotationen drehen.

7.0