Naeem – Startisha

Naeem’s Debüt basiert auf liberativem Selbstausdruck, hochmütigem R&B und sengender experimenteller Ausgeglichenheit. „Startisha“ ist allerdings keine Album, dass aus dem Nichts auf dem Radar auftaucht, sondern das akribische Ergebnis eines reisenden Künstlers, der seit 2005 unter dem Deckmantel von Spank Rock operiert und in den letzten Jahren neben Bon Iver und The Avalanches tourte. Naeem war nie leicht zu bestimmen und weigerte sich von Anfang an, strengen Erwartungen und Konventionen zu entsprechen. „You And I“ ist ein Lied, das im letzten halben Jahrhundert wie eine Menge anderer Dinge geklungen hat, aber es hat sich nie so angehört wie die Version, die hier aufgenommen wurde, um Naeem’s neues Album zu eröffnen. 

dann in einem Tauziehen zwischen schwellendem Umgebungsmilieu und einer hypnotischen, gedehnten und krächzenden Stimme wieder zu verbergen. Neben „Simulation“, einer berauschenden, facettenreichen Ode an den Groundhog Day-Existentialismus mit Justin Vernon und dem großen Helden der Soul-Musik, Swamp Dogg – beginnt das Album mit einer aufregenden Absicht. Der Rapper aus Baltimore hat seinen früheren Spank Rock-Spitznamen nach der Gegenreaktion zu seinem letzten von Boys Noize produzierten Album „Everything Is Boring“ und „Everyone Is A Fucking Liar“ fallen lassen und die Partymusik damit fast umgebracht. Die Wiederaufnahme seines Geburtsnamens fühlt sich wie ein Neuanfang und eine Lizenz zum erneuten Erkunden an.

Für Naeem war es wichtig, einen kreativen Prozess anzustoßen, der Freiheit und neue Ideen ermöglicht. Die Produzenten Sam Green und Grace Goods verbinden geschickt Naeem’s Hip-Hop-Geschicklichkeit mit eleganten, kultivierten Instrumentalklängen – alle mit minimaler Anleitung des Künstlers selbst und zusammen mit Francis and the Lights, Ryan Olson (GAYNGS, Poliça) und Velvet Negroni. Amanda Blank und Micah James begleiten Naeem bei „Woo Woo Woo“, einer organisch zusammengestellten Nummer, die zwischen Elektronik und Hip-Hop schwankt. Ein Querschnitt von Stilen zeigt dieses Gefühl der Hingabe – Hip-Hop, Rap und elektronische Kollisionen. Naeem definiert die Konturen seines eigenen Sounds mit strenger Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit. 

Parallel zu seinem facettenreichen Einfühlungsvermögen wendet Naeem eine poetische Sichtweise an, die elementar in die Fasern des Albums eingebettet ist und die Angst der Gesellschaft, sowie die Erfahrung seiner eigenen Sexualität in der viszeralen Dualität einschließt. Die Wiederholung von Vernon’s charakteristischen treibenden Klavierschlägen führt zu einer drückenden Atmosphäre und einer Dynamik, die eine Flut abwechselnder Töne einleitet, die niemals nachlassen. Durch „Startisha“ ermöglicht Naeem uns, an einen Ort voller emotionaler Intelligenz zu gelangen, indem er ein Album erstellt, das festhält, wo er in seinem persönlichen und beruflichen Leben steht. Die Fähigkeit des Albums, Genres zu mischen, führt zu einer einzigartigen und verführerischen Klangpalette und zu einem offenen Gedankenaustausch.