Mutual Benefit – Love’s Crushing Diamond

Wenn die verspielten und funkelnden Windspiele, die singende Säge und das wunderschöne Barock-Gewand im eröffnenden Stück beginnen als Einheit Ihre liebevollen, geduldigen, warmherzigen und stets hoffnungsvollen Kompositionen vorzutragen, dann erinnert es einen auch irgendwie an das Debüt von Arcade Fire. Doch hören wir hier Mutual Benefit. Das US-Folk-Kollektiv um dem Sänger Jordan Lee liefert uns traumhaft animalische Melodien für die kältere Jahreszeit und stimmen melancholisch und optimistisch zugleich. ‚ Golden Wake ‚ lässt dann unbestimmte synthetisierte Instrumente spielen, lässt glühende Riffs herzzerreißende Momente durchleben und bleibt dennoch so voller Hoffnung – man möchte vor Dankbarkeit auf die Knie fallen. “And in the water I could see/ A piece of what you broke in me,” singt Lee mit leichter Stimme und schiebt später die heiligen Silben nach: „We weren’t made to be this way / We weren’t made to be afraid.” ‚ That Light That’s Blinding ‚ begeistert dagegen mit seiner meditativen Wirkung, dem aufzüngelnden Echo und den chorsymphonischen Schlingen. Der Sound sonnt sich dabei im analogen Stolz und wenn auch Lo-Fi nicht zu hören ist – bleiben die Songs äußerst kraftvoll und beweglich. Beginnend mit dem Gesang, werden weiche Stränge gesammelt und kontinuierlich gebündelt, während sich die Klänge anschmiegsam durch den Hall bewegen – ohne davon erdrückt zu werden – und hinterlassen am Ende von Emotionen geleitete Flugbahnen, die wiederum für all dienjenigen von uns sind, die sich auf der Suche nach etwas Neuem befinden. ‚ Love’s Crushing Diamond ‚ ist die Lösung und das Ziel dieser Reise. Mit dem abschließenden Track ‚ Strong Swimmer ‚ wird auch der Kreislauf zum rührenden ‚ Strong River ‚ geschlossen. Beide Nummern ergänzen das übergreifende Thema der Platte – die Liebe als eine seltsame, allumfassende, schöne und fast undefinierbare Sache, die uns zu einem besseren Menschen als Folge macht.