Mick Harvey – Four (Acts Of Love)

Schwankende Klänge aus der Gitarre, dazu ein helles Piano und die kräftige Stimme von Mick Harvey eröffnen das sechste Studioalbum des Australiers. Es ist zugleich auch der Abschluss auf ‚ Four (Acts of Love) ‚ und stammt ursprünglich vom englischen Geistlichen Reginald Heber. Ein Kirchenlied aus dem neunzehnten Jahrhundert erfährt eine gelungene Neuinterpretation und spaltet sich durch die skeptische Neugier von Mick: „Oh, the Almighty/ If even your meaner works are fair/ Then tell me/Our dreams/where are they gone?” Das zweite Stück ‚ Glorious (Act 1) ‚ wird dagegen jeden Harvey-Anhänger in den Bann versetzten: eindringliche Luftzüge und unheimliche Streicher zu klassischen Polly Jean (PJ Harvey) Gitarren-Riffs untermauern die eindrucksvolle Abstraktion der angreifenden Emotionen. ‚ Summertime In New York (Act 1) ‚ ist Nostalgie und Melancholie pur. Zugleich gehört der Track zu den insgesamt fünf Covers, deren anderen vier ‚ The Way Young Lovers Do ‚ von Van Morrison, ‚ The Story of Love ‚ von The Saints, das bereits angesprochene ‚ Glorious ‚ von PJ Harvey und Roy Orbison’s ‚ Wild Hearts (Run Out of Time) ‚ allerdings in nichts an Intensität nachstehen. ‚ FOUR (Acts of Love) ‚ ist eine Kontemplation über die romantische Liebe – ihr Werden, ihr Bestehen, ihren Verlust und ihren Platz im Universum – aufgeteilt in drei Akte. Aufgenommen wurde das Album in den Studios Grace Lane und Atlantis Sound, Melbourne, zusammen mit Rosie Westbrook am Kontrabass und JP Shilo an Violine und Gitarre. Wunderschön gestaltet sich ‚ God Made the Hammer (Act 2) ‚ – hüllt uns in die unverwechselbare Musikalität von Harvey, während die Zeilen „Drums in my ears, shines in her eyes”, durch die Gehörgänge hallen und auch ‚ A Drop, an Ocean (Act 2) ‚ als flüsternde Poesie vorgetragen, binden das Konzept des Albums zu einer festen Einheit zusammen. Mick Harvey erreicht damit eine Überbrückung der vielfältigen Aspekte seines Themas: Verluste, Romantik, Ernüchterung und die letzte Hoffnung. Man spürt in ‚ Four (Acts of Love) ‚ die geballte Erfahrung und Vielfalt seins Lebens bis hierhin, untermalt durch beeindruckende Arrangements vom ersten bis zum letzten Track.