Maribou State – Portraits

Einfache Klavier-Linien, üppige, groovige Beats und eingängige Melodien – ‚ Portraits ‚ scheut sich nicht, die guten Zeiten mit etwas melancholischen Temperament zu garnieren. Sie bilden damit einen Kontrast zur heutigen Tanzmusik, in der Produzenten nach perfekt gepflegten, synthetischen Klängen streben. ‚ Portraits ‚ ist ein Album, auf dem sich Organisches und Synthetisches die Hände reicht, ab und an Einflüsse von James Blake durch die Melodien ziehen lässt und dessen Groove es durchaus mit dem von Moloko, Caribou, SOHN und Bonobo aufnehmen kann. ‚ Home ‚ und ‚ The Clown ‚ überzeugen von Beginn an mit außergewöhnlich atmosphärischer Klangtechnik, während das gleichnamige Titelstück menschliche Gesänge verzerrt, subtiles Knistern durch dezenten Dubstep geleitet und am Ende träumerische Inspirationen in eine sommerliche Herrlichkeit entschwinden lässt. Die letzten 18 Monate des Duos waren strikt getaktet: An den Wochenenden wurde wild durch die Gegend getourt (von England, Europa, den USA und Australien war alles dabei, die Bühnen von Glastonbury und Bestival waren nur zwei der Höhepunkte auf ihrem Weg), während man sich unter der Woche disziplinert den Albumaufnahmen widmete. Am besten gefallen die Momente, wenn innig und vertraut klingende Beats ohne traditionelle Gesänge begleitet werden – zum Beispiel im schimmernden, impressionistischen ‚ Varkala ‚. Die warmen und erdigen Töne sind ein zentrales Element und eine bewunderswerte Antwort auf die Flut an Homogenität der zunehmend hochpolierten elektronischen Musik. ‚ Potraits ‚ versteht es mit eindrucksvoller Einfachheit zu gefallen und hält die eigene Langlebigkeit mit der vielfältigen Klangpalette erfrischend lange auf konstant hohem Niveau.