Lily Allen – It’s Not Me, It’s You

Verhältnismäßig ruhig und vorsichtig startet Lily Allen in Ihr neuestes Werk, die schillernden und einnehmenden Popmelodien aus Ihrem Vorgänger-Album bleiben erst einmal dezent im Hintergrund. Dennoch ist ‚ Everyone´s At It ‚ keinesfalls von schlechter Qualität, vielmehr verleiht es dem Ganzen einen wunderbar weichen und sanften Übergang von ‚ Alright, Still ‚ zu Ihrer aktuellen Platte ‚ It´s Not Me, It´s You ‚. Nachdem Opener folgt mit ‚ The Fear ‚ die erste Singleauskopplung und ein Song, der den Reifeprozess von Lily Allen in den letzten beiden Jahren am deutlichsten hervorbringen kann. Im Gegensatz zu manch anderen Stars, die nach einem erfolgreichen Debüt im Alkohol.- und Drogensumpf versanken und sich dem sozialen Verfall hingaben, blieb uns diese erschreckende Darstellung bei unserer Lieblings-Britin Gott sei Dank erspart. Dabei gab es zu Anfangs einige Schwierigkeiten für Lily Allen, Ihr Debüt überhaupt in die Läden zu bekommen. „My next album is nearly finished. I´m on a two-week break and then I´m starting a massive promotional tour“, so die Aussage im Mai 2008. Im August wurde das Ganze noch einmal verschoben, da Ihre Plattenfirma EMI Music mit finanziellen Problemen zum Kämpfen hatte und der Release deshalb aufs nächste Jahr verschoben wurde. Das alles hört man der neuen Platte glücklichweiße kein bisschen an. Sie klingt wie das Debüt erfrischend neu und unverbraucht, das mit einem Hauch Elektro-Pop abgerundet wurde. Der Glanz in den Songs ist zurück, fröhlich und unbeschwert wird man durch eine Reihe an Musik-Stilen getragen, die von Country über Tango bis hin zu süsslich klingendem Pop reichen. Dennoch thematisiert Lily Allen in Ihren Stücken alles andere als Geschichten über verlorene Freunde, die erste große Liebe und sonstigen Herz-Schmerz. Sie setzt sich vielmehr mit Themen wie Rassismus ‚ Fuck You ‚, Altersdiskriminierung ‚ 22 ‚ oder auch bei ‚ Everyone´s At It ‚ über die Drogen Eskapaden á la Amy Winehouse auseinander und liefert ein treffendes Bild zur derzeitigen Lage. Das Beste an ‚ It´s Not Me, It´s You ist allerdings die Stimme von Allen. Die Balance zwischen Bodenständigkeit und der Weichheit Ihre Klänge sind die ausschlaggebenden Elemente, das natürliche traurige Lächeln in Ihrer Stimme verleiht dem Ganzen zudem Aufrichtigkeit. Lily Allen wird in diesen bröckelnden Zeiten zum perfekten Pop-Star und das Album sollte dafür Beweis genug sein.

8.7