Lapalux – Nostalchic

Man könnte von einer Invasion der DIY-Emporkömmlinge auf Erden sprechen. Unzählige Veröffentlichungen im Bereich der elektronischen Musik überschwemmten unseren Planeten und wenige konnten sich letztlich in den Vordergrund unserer Wahrnehmung drängen. Es braucht Talent, Individualität, einen starken Willen und eine Stimme die gehört werden möchte. Lapalux, der 25 Jahre alte Stuart Howard, ist nun wieder einer die großen Talente, die international Gehör finden und mit seinem Debütalbum ‚ Nostalchic ‚ versteht er es auf perfide Art und Weise, sein instinktives Verständnis für atmosphärische Texturen mit unwiderstehlicher Kreifbarkeit in unsere Gehörgänge zu pflanzen. Seine Tracks sind flaumige, fragile, handgefertigte Miniaturen experimenteller Körperlichkeiten, die in der Gesamtheit ein üppiges Spektrum offenbaren, welches für Anhänger von den Kimbies, James Blake’s ‘ CMYK ’, Four Tet, Bibio, FlyLo, Matthewdavid, Onra oder Debruit wie geschaffen scheint. Trotzdem lässt sich Lapalux nur schwer in eine bestimmte Nische drängen. Die Stränge seines kreativen Schaffens verschmelzen in den pulsierenden Beats&Bass-Subkulturen, während sich zwischen R&B und Soul noch Elemente aus House und Hip Hop tummeln. Lapalux hat hier ein infektiöses Album aufgenommen, dass mit aufreizender Intensität und synthetischer Lebenskraft ein tiefes Verständnis für tanzbare Musik zeigt. Aber nicht nur musikalisch bewegen wir uns in ‚ Nostalchic ‚ auf hohem Niveau, so zeigt uns Howard unter anderem in seinem Stück ‚ Straight Over My Head ‚ seine Qualitäten im Songwriting. Als Gäste sind auf dem Debüt Jenna Andrews, Kerry Leatham und Astrid Williamson vertreten. Es ist die unbestreitbare Kunst der bereits erwähnten Verschmelzung. Die schwankenden Melodien, die erwärmenden Ryhthmen und die reduktionistische Frequenz vereinen sich zu brillanten Verbindungen, spartanischen Dub-Step Verwurzelungen und lassen letztlich keine Zweifel an den kompositorischen Fähigkeiten des Mannes aufkommen. ‚ Nostalchic ‚ funktioniert von Anfang bis Ende und inbesondere das Vinyl-ähnliche Knistern an manchen Stellen sorgt schlussendlich für die ganz besondere Note des Debüts, welches man sich unbedingt einmal anhören sollte.