Frankie Rose And The Outs – Frankie Rose And The Outs

Man darf Frankie Rose durchaus der Untriebigkeit bezichtigen: Sie verfolgt stets eine heiße Spur und hinterlässt keine Gefangenen. Sie hat jede bisherige Band in reines Gold verwandelt. Sie war die ursprüngliche Schlagzeugerin der Vivian Girls, der Crystal Stilts, Shitstorm (nun Grass Widow) und der Dum Dum Girls. Es sollten Begegnungen der besonderen Art werden. Selten musste bei Ihrem Spiel am Schlagzeug, der eigene Kiefer aus einer enormen Tiefen wieder nach oben geklappt werden. Sie inspiriert, begeistert und Ihre Arbeit ist anmutig, innovativ, knallhart und schwer aus dem Gedächtnis zu bekommen. Selten ist es zudem, eine zentrale und dominante Figur wie Frankie Rose hinter dem Schlagzeug zu finden. Wie Rose überhaupt an die Drums kam, erzählte Sie unlängst in einem Interview: „Well, in my first band no one except the guitar player really knew how to play anything so I just sat down behind the kit and it was decided that I would be the drummer. Still don’t really know how to play actually“. Und dabei wurde nie vergessen, absolut den eigenen Stil zu repräsentieren. Unverfälscht, ehrlich und fast schon einzigartig. Ihre Songs schreibt Sie dagegen alle auf einer kleinen E-Gitarre, entweder mit Verstärkter oder eben Akustisch. So auch zum Teil auf Ihrem neuen Album mit den Outs. ‚ Frankie Rose & The Outs ‚ nennt sich die Platte und umfasst elf neue Stücke mit einem atmosphärischen Beginn in ‚ Hollow Life ‚ und einer erneuten Zeitreise vorbei an The Velvet Underground, Phil Spector, The Jesus And Mary Chain und dem unverfläschten Garage Rock der 1960er Jahre. ‚ Candy ‚ und ‚ That’s What People Told Me ‚ sind dagegen mit der Zugänglichkeit für Pop, dem Einfluss zu Rock und den eingängigen Gitarren-Riffs eine gute Gegenüberstellung und eine treffende Sequenzierung in Sicht auf die gesamte Platte. ‚ Little Brown Haired Girls ‚ entleiht sich verstohlen einen kleinen Teil von Pains Of Being Pure At Heart. ‚ You Can Make Me Feel Bad ‚ ist ein altes Arthur Russel Cover und unterbricht die schwungvollen Harmonien der Mädels mit einer leisen und einfachen Schönheit. ‚ Memo ‚ entlockt uns dagegen Gedanken verhallender Notizen, bevor sich weitentfernte Stimmen und eine Franke Rose am Schlagzeug durch auftürmende Erhebungen wälzen. Es ist eine wunderbare Mischung aus Garage Rock, Dream Pop und einem launischen Shoegaze Stil. Gemächlich rotiert ein schwingender Bass in ‚ Must Be Nice ‚ durch aufstoßende Riffs und oftmals spielen die näselnden Gitarren (gut zu hören in dem wohldosierten ‚ Girlfriend Island ‚ ) nur eine untergeordnete Rolle. Schlagzeug und Bass bestimmen das Tempo, die Lautstärke und das Ziel. ‚ Don’t Tread ‚ surft am Ende nochmals über fressende Gitarren-Licks zu einer bizarren Verfolgungsjagd, wie sie auch Tarantino nicht besser hätte gestalten können. Für eine Platte mit gerade einmal 30 Minuten Laufzeit ist diese unglaublich episch ausgefallen. Alle Möglichkeiten wurden ausgeschöpft, der Geschmack bleibt leicht liturgisch, die Musik elegant und verdammt praktisch angesichts der außergewöhnlichen Umstände.