I Am Oak – Nowhere Or Tammensaari

Wie erfolgreich würden I Am Oak wohl sein, wenn Ihre Wurzeln in Schweden, England oder den Vereinigten Staaten liegen würden? Vermutlich wären I Am Oak sehr erfolgreich. Aber so ist es derzeit vergleichbar, wie mit Fußballern aus Österreich. Talente sind vorhanden, doch es fehlt meist die internationale Wahrnehmung dazu, die Blicke richten sich in die bekannten Länder und wenn wir in die Musik zurückkehren, müssen nun unsere Blicke in eines der Nachbarländer wandern: denn I Am Oak stammen aus den Niederlanden und bezaubern bereits seit Ihrem letzten Album ‚ Oasem ‚ mit ganz verträumten Indie-Akustik Perlen. Es sind die passenden Songs für eine auftürmende Weltuntergangsstimmung draussen, während man selbst im Inneren in einer gesicherten Glückseligkeit verweilen darf. Auf diesem Album arbeitete der Sänger Thijs Kuijken erstmals gemeinsam mit seiner gesamten Band an den Songs, während der in Utrecht lebende Songwriter in der Vergangenheit alleine die Stricke in der Hand hielt. Für die Aufnahmen begaben sich I Am Oak in das verschneite Finnland. Die zweiwöchige Reise fand ihr Ziel in einem kleinen Häuschen im Süden des Landes, in dem die Band sich für zwei Wochen einsperrte und die zwölf Songs des Albums arrangierte und aufnahm. Herausgekommen ist mit ‚ Nowhere Or Tammensaari ‚ eine wahrlich gefühlvolle Platte, die mit ruhigen Stücken bestens unterhalten kann, aber auch mit großen Emotionen, wie im Song ‚ Drooom ‚, die Zügel an sich reißt, nur um anschließend die ausufernde Instrumentierung auf das Wesentliche zu reduzieren. Ja diese Gruppe braucht auch weiterhin nicht viel, um gute Musik zu produzieren. Kuijken beschreibt den Albumtitel wie folgt: „A place that is constantly changing and moving; that is ‘Nowhere’”. Dieser Titel bezieht sich auf den Ort an dem die I Am Oak Songs entstanden sind. Die Alternative zu „Nowhere“ ist „Tammensaari“, was als „Island of Oaks“ übersetzt werden kann. Insgesamt ist ‚ Nowhere Or Tammensaari ‚ organischer als der Vorgänger, wohl auch durch die geschichteten Gesänge, den Chören im Hintergrund und dem erwärmenden Gefühl. Zwar fehlt dieses Mal ein bisschen die elektronische Gelassenheit, so dass sich die neue Platte insgesamt sehr angenehm anhören lässt – zugleich aber sparsam mit den eigenen Überraschungen umgeht. Doch alleine die charakteristischen Gesangsharmonien sind so unglaublich schön – man möchte schlicht und ergreifend nicht mehr ohne diese Songs das Haus verlassen…