Lapalux – Amnioverse

Nach seinem guten Debütalbum „Nostalchic“, in dem sich nur ein paar Passagen tummelten, die sich flach anfühlten – folgten zahlreiche gute Singles und die Veröffentlichung seines bisher schönsten Arbeit: das siebenminütige „Movement I, II & III“. Es fühlte sich an, als hätte er diese Form konserviert und ist seitdem nicht mehr aufzuhalten. Aber es gibt einige Künstler, die – obwohl sie brillant sind – keine Alben machen können, die völlig zusammenpassen. Auf fantastische Singles und EPs folgen Alben, die ein unbefriedigtes Gefühl hinterlassen. Wohl einer dieser Künstler ist Lapalux, obwohl sein viertes Album „Amnioverse“ sein bisher überzeugendstes Projekt in voller Länge ist. 

Mit 46 Minuten ist dies nach zeitgenössischen Maßstäben kein langes Album, aber es gibt Momente, in denen es sich viel länger anfühlt. „Earth“ beispielsweise ist ein anständiger Track, der sich im gemächlichen Tempo bewegt, aber seine fünf Minuten könnten leicht etwas verkürzt werden. Und das ist das Hauptproblem hier: Fast jeder Song könnte etwas gekürzt oder gestrafft werden. Mit „Amnioverse“ finden wir zweifelsohne ein handwerklich fantastisches Album vor und wenn es funktioniert, ist „Amnioverse“ großartig. „Oblivion“ ist der herausragende Track mit seinen Sci-Fi-Piepsern und hauchzarten Synthesizern, aber manchmal kann es ein bisschen anstrengend werden, die Songs in voller Länge auszuhalten.

Das Album irrt manchmal immer noch auf der Seite von Industrial und Abstraktion umher, ist aber in einer Weichheit verankert, die reich an Textur und voller Emotionen ist. Die besten Beispiele dafür sind „Voltaic Acid“ und „Momentine“, die uns in ein introspektives und einsames Hören abdriften lassen. Während das Album mit „Esc“ endet, werden wir zu einem unvermeidlichen Abschluss gebracht – dem großen Jenseits. Weite Strecken sind desorientierend, erschütternd und dennoch hoffnungsvoll – alles zusammen ist gelegentlich zu ausufernd und zu formlos, aber im Kern erleben wir ein ehrgeiziges und beeindruckendes Album, dass die jede Playlist um ein paar wunderschöne Songs Bereichen wird.