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KING PRINCESS Girl Violence

2025

KING PRINCESS zerlegt Pop-Grenzen mit GIRL VIOLENCE – ein kompromissloses Album zwischen Wut, Sehnsucht und selbstgewählter Freiheit.

Mikaela Straus alias King Princess hat schon immer ihre Karriere zwischen den Polen von Pop-Sensibilität und queerem Selbstbewusstsein ausbalanciert. Mit „Girl Violence“ legt sie nun ihr drittes Studioalbum vor, das sich hörbar von den Major-Label-Jahren emanzipiert und den Neuanfang markiert: zurück in Brooklyn, zurück in der Eigenregie. Die elf Songs sind nicht nur Soundtrack eines persönlichen Befreiungsschlags, sondern auch ein Statement darüber, wie intensiv weibliches Begehren, Wut und Trauer klingen können. Wer Straus’ frühen Durchbruch mit „1950“ kennt, wird hier weniger makellose Hymnen finden, stattdessen bewusst kantige Kollisionen aus Pop, Grunge und Neo-R’n’B.

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Schon der Titelsong eröffnet mit der Zeile „I guess it’s true love, ‘cause it truly fucks with me“ – ein Bekenntnis zur zerstörerischen Seite der Liebe, das wie ein roter Faden durch die Platte zieht. „Cry Cry Cry“ lebt vom Go-Go’s-artigen Drive und Neunziger-Flair, „Jaime“ verbindet seifige Keyboards mit aufgerauten Vocals, während „RIP KP“ verführerisch mit zerstörerischem Begehren spielt: „My girl could destroy your life, like she did to mine.“ Straus’ Stimme pendelt dabei zwischen schmeichelndem Flüstern und schneidender Schärfe, was den Songs eine ambivalente Spannung verleiht. Stilistisch wagt sich King Princess auf riskantes Terrain: „Get Your Heart Broken“ flirtet mit Grunge-Energie, „Slow Down And Shut Up“ schielt in Richtung Future Islands und „Serena“ setzt am Ende auf balladeske Größe. 

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Doch nicht alles trägt gleichermaßen – manche Stücke wirken skizzenhaft, die Dramaturgie kippt im zweiten Albumdrittel ins fahrige Terrain. Dass fast alle Songs unter drei Minuten bleiben, verstärkt diesen Eindruck: Sie hinterlassen Spuren, reißen an, aber lösen nicht immer ein. Auch visuell signalisiert das verschwommene Albumcover eine Zerrissenheit, die den Songs innewohnt: ein Gesicht im Drift, halb entrückt, halb verletzt. Es ist ein starkes Symbol für ein Werk, das inmitten von Auflösung und Klarheit oszilliert. King Princess beweist damit, dass Pop weder glatt noch gefällig sein muss, sondern auch rau, widersprüchlich und unberechenbar klingen darf.

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71
verfremdet
2025
Girl Violence
AW-0690-AG

Dieses Album ist innerhalb seiner Stimmung platziert und bewertet. Die folgende Auswahl zeigt Titel derselben Stimmung, die im Ranking darüber oder darunter liegen. Sie dient der Einordnung, nicht der Empfehlung.

illustration
2025
Eyes Wide Shut
AW-0686-LV
verfremdet
1992
99.9F°
AW-0687-RO
gruppe
1978
Never Say Die!
AW-0688-RB
collage
1993
Pablo Honey
AW-0689-ZG
fotografie
2013
Hands
AW-0691-TZ
körpe‍r
2023
Periodt
AW-0692-KR
digitalkunst
2013
Mosquito
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illustration
2013
Surfing Strange
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