King Creosote – From Scotland With Love

Kenny Anderson aka King Creosote veröffentlichte in den letzten 19 Jahren über 40 Alben. Sein neues Werk ‚ From Scotland With Love ‚ ist ein glückseliger Liebesbrief an den facettenreichen Charakter seiner Nation. Gedacht waren die Songs darauf eigentlich als Audio-Begleitung zu einem Dokumentarfilm von Virginia Heath, um in diesem Monat die Commonwealth Games in Glasgow zu feiern. So wird die Platte nun erstmal zu einer eigenständigen Angelgenheit emporgehoben und lässt sich am Besten mit einem Glas Scotch genießen. Wieder einmal gibt es an den neuen Liedern nichts auszusetzen. Es sind hymnische und triumphalistische Melodien zu intimen Beobachtungen über das harte Leben, die stoische Haltung und den sentimentalen Patriotismus der Schotten. ‚ From Scotland with Love ‚ ist in der Lage, das Leben der anderen zu leben. “I’m clinging on to my home life, and my fingers clawing at peat and sand”, singt Anderson in ‚ Leaf Peace ‚ und gilt nicht als Metapher. Es ist eine wörtliche Beschreibung über die Situation der Landarbeiter, die gegen die eigene karge Landschaft ausgespielt werden. Neben diesen Einzelschicksalen, handeln die größeren Themen über Krieg, Emigration und politische Unruhen. Musikalisch untermalen durch zarte akustische Klänge, die mit prachtvollen Orchestrierungen vergoldet wurden, singt Anderson mit einem süßen Akzent und verzichtet bei all den zahlreichen Instrumentierungen glücklicherweise auf den Dudelsack. ‚ One Floor Down ‚ hat gar barocke Züge, während ‚ Bluebell, Cockleshell 123 ‚ Romantik an den banalsten Orten findet. Die üppigen Produktionen und Streicher-Arrangements verleihen den neuen Songs einen strukturierten Aspekt und bilden damit standesgemäß den filmischen Zweck als Grundlage. Eine gefühlvolle, unterhaltsame und aufschlussreiche schottische Geschichtsstunde von und mit King Creosote. Das darf es noch gerne öfters geben.

7.5