Kandodo – Kandodo

Man hat bei den ersten Klängen zum Stück ‚ Dawn Harmonix ‚ ein klares Bild vor dem inneren Auge: Die Sonne steigt langsam am fernen Horizont auf, ein neuer Tag bricht an. Vereinzelt sieht man Präriehasen durch das trockene Gras laufen. Wir sitzen auf einem Pferd, reiten in die Ewigkeit, die nächste Stadt ist noch Meilenweit entfernt. Staubtrocken ist die Luft, vielleicht werden wir es nicht überleben? Verdursten, wie schon viele vor uns. Aber daran wollen wir an dieser Stelle nicht glauben. Denn Kandodo hat bereits seinen wachsamen Blick entsandt und wird uns finden, in dieser heißen, unbarmherzigen und trockenen Prärie. Kandodo ist das neue Soloprojekt von Simon Price, dem Sänger und Gitarristen von The Heads. Seine Einflüsse liegen dabei ganz offensichtlich in der Instrumentalmusik. Wir hören keine Stimmen und sehen keine menschlichen Gesichter. Nur die Musik umspült unsere Körper mit Tönen, Akkorden und feinen Texturen. Diese ruft emotionale Reaktion hervor, eine Gefühl der Sehnsucht macht sich breit und wir spüren plötzlich im Stück ‚ Ceramy ‚ die gewaltige Einsamkeit auf uns einbrechen. Doch wir wollen durchhalten, den Songs von Kandodo weiter folgen, die Melodien tief inhalieren und irgendwie versprühen diese Solo-Aufnahmen eine wahnsinnig spirituelle Intensität. Wie eine künstliche Beatmungsmaschine versorgen uns diese mit kühler und klarer Luft. Ebenso bemerkenswert, dass diese neun Stücke lediglich im eigenen zu hause von kandodo eingespielt, aufgenommen und gemischt wurden. Es ist absolut nichts davon zu spüren, er muss wohl am einsamsten Ort dieser Welt leben. Zumindest auf die Frage nach den möglichen Inhalten seiner Songs hat Simon eine Antwort für uns: „if there were lyrics, they’d be about animist religions, hyenas, sharks and dusty drives.“ Aber selbst das ist nur schwer vorstellbar. Kandodo bleibt ein Mysterium und ein brillanter Künstler, der mit seinem letzten Stück ‚ Lord Hyena, 3am ‚ den Kreis des Lebens schließt, nur um an einem anderen Ort von neuem zu beginnen.