Hot Club De Paris – Live At Dead Lake

Liverpool ist bekannt für den Fußball, dem legendären Cavern Club, der Yellow Submarine und natürlich den damit verbundenen Beatles, die aus der Stadt nordwesten Englands entsprungen sind. Die seitdem pulsierende Musikszene bringt alle Jahre wieder etwas spannendes hervor, letztes Jahr waren es Hot Club de Paris die mit Ihrem Debüt ‚ Drop It Till It Pops ‚ für Aufsehen sorgten. Subtil gezimmerte Songs mit zum Lachen anregenden Textzeilen in denen eine unbeschwert frei aufspielende Band Ihr ganzes Können unter Beweis stellte. Da sprudelten die Ideen wie verrückt, verliefen sich in tausend kleinen Wasseradern, kaum das es möglich war dies alles gleichzeitig in den Songs unter zu bringen. Manchmal meint das Leben es schon gut mit einem. Hot Club de Paris verstanden es wie keine zweiten, sich von der Menge abzusetzen ohne dabei gekünstelt rüber zu kommen, Sie waren nunmal einfach drei junge Männer die Ihr Ding durchzogen. Das dies zu einem unerwarteten Erfolg weltweit führte, war nur eine schöne Dreingabe für ein wirklich gut gelungenes Werk. So hätte es noch ewig weiter können wäre da nicht das eine Wort, dass nun mit Ihrer Platte ‚ Live At Dead Lake ‚ zum Einsatz kommt. Aber der Spaß und die nie zum Stillstand kommende Quelle der guten Ideen ging dann leider doch zu Neige. Nicht vollkommen, aber es fühlt sich auf der Platte so an als hätte jemand den Wasserhahn ein wenig anzogen, aus dem Sprudel ist ein kleiner Wasserstrahl geworden der, kaum wieder auf dem Boden aufgekommen, seinen Weg schnurgerade fortsetzt. Übersicht und kontrolliertes Verhalten ist nun die Devise. Die Songs ballern allesamt nicht mehr so mit Gitarren und Schlagzeug über den Hörer hinweg, vielmehr liegen die Prioritäten diesmal wo anders. Die Hooklines sind klarer ausgearbeitet, die Mitsingparts besitzen einige ausgetüftelte Raffinessen die einem den Spaß am Zuhören dieses quirligen Trios zurück bringen. Denn die musikalischen Fähigkeiten sind nach wie vor schwindelerregend gut, wenn gleich das Erstlingswerk um Längen besser war. Da passte die Mischung aus Neuem und unglaublich schrägen Melodien bestens zusammen, wem da langweilig wurde der hatte eindeutig ein Problem. Hier machen die vierzehn Songs zu wenig Unterschied und erübrigen dem Hörer einen zweiten Durchlauf, da man mit dem ersten alles wesentliche mitbekommt. Die fehlende Intensität ist ein weiterer Schwachpunkt auf der Platte, daraus lässt sich zwar kein eigentlicher Vorwurf machen aber eine kleine Enttäuschung ist es schon. Positives lässt sich über ‚ Boy Awaits Return Of The Runaway Girl ‚ und ‚ Call Me Mr. Demolition Ball ‚ sagen, beide besitzen hier die Fähigkeiten wie auf ‚ Drop It Till Pops ‚ und sorgen für gewohnt hohe Qualität. Auch wenn die drei Briten nichts Neues zu bieten haben und eine Kopie Ihres Debüts vorlegen, bleiben Hot Club de Paris weiterhin eine unverwechselbare und eigenartig klingende Band. Für ein Zweitwerk reicht diese Tatsache damit selbstverständlich aus.