Kaiser Chiefs – Off With Their Heads

Nachdem vor zwei Wochen uns die ‚ Kaiser Chiefs ‚ Ihren neuen ‚ Ruby ‚ Song präsentiert haben wurde die Fangemeinde rund um die vier Engländer wieder mal aufs neue gespalten. Zwar geht die erste Single ‚ Never Miss A Beat ‚ mit textsicheren Lyrics an den Start und verzichtet auf das eindringliche wiederholen einzelner Wörter bis die Birne matschig ist, dafür hat man nun das Gefühl ein zweites ‚ Predict A Riot ‚ vorgesetzt zu bekommen. Die Kaiser Chiefs können es halt niemanden mehr so wirklich recht machen. Seit ‚ Employment ‚ drehen Sie sich im Kreis, versuchen immer wieder daraus auszubrechen nur um noch tiefer darin zu versinken. Vorbei die Zeiten als man mit ‚ Everyday I Love You Less And Less ‚ oder ‚ Born To Be A Dancer ‚ echte Hitmelodien vorgefunden hat, die nicht nur schnell in den Kopf stiegen sondern noch dazu intelligent gemacht wurden. Hört man sich drei Jahre später ‚ Off With Their Heads ‚ an darf man bei den zwölf Songs vergeblich danach suchen. Der Abwärtstrend spiegelte sich ja schon bei ‚ Yours Truly, Angry Mob ‚ wieder, dass zwar auch noch den ein oder anderen Ohrwurmkracher vorzuweisen hatte, aber die guten Melodien eindeutig weniger wurden. Bei der dritten Platte steht man nun vor der Suche nach eben diesen Melodien, den mitreißenden Refrains und den tanzbaren Hymnen die uns damals so verzückt haben. Vorweg sei gesagt, die neue Platte ist nicht schlecht aber auch nicht gut. Das Mittelmaß reagiert auf den elf neuen Songs und das nicht zu knapp. Erster versucht noch, wie der Titel ‚ Spanish Metal ‚ verspricht, anders zu sein, für etwas neues stehen und beginnt sogar mit ungewohnt harten Gitarreneinlagen nur um sich dann doch in der Belanglosigkeit zu verlieren. Erst mit ‚ Like It Too Much ‚ finden die Kaiser Chiefs wieder zurück zu alten Stärken. Die Abwechslung stimmt, Rythmuswechsel lassen den Song spannend wirken, einzig der etwas seichte Refrain hätte die Stimmung wieder runterziehen können wäre da nicht das darauf folgende ‚ You Want History ‚. Mit seiner straff nach vorn treibenden Melodie und den tanzbaren Beats. ‚ Can´t Say Waht I Mean ‚ ist ein Up Tempo Song der langweilligen Sorte, durchlaufend ohne Taktänderung sorgt er wieder für das gewohnte Bild der Kaiser Chiefs. Alles wirkt entweder zu gewollt oder zu aufgesetzt, die Momente in denen diese beiden Eigenschaften mal wirklich aus dem Aufnahmestudio verbannt wurden finden sich auf ‚ God Days Bad Days ‚ und ‚ Tomato In The Rain ‚. Die neuen Impulse die man sich mit dem Produzenten Mark Ronson erhofft hatte kommen hier endlich zu tragen. Die Spielfreude ist deutlich spürbar, locker dahin laufende Beats verbreiten gute Stimmung und sorgen mit dem nötigen Groove für die echten Highlights. Auch zweiter der beiden sorgt mit einem auf Sixties gestimmten Keyboard für Abwechslung und einer relaxten Stimmung. Einziger Kritikpunkt ist hier die Länge von fast vier Minuten, ansonsten kann man nur die großartigen Lyrics loben und die immer noch vorhandene Stärke der Kaiser Chiefs in den ruhigeren Songs. Das die Kaiser Chiefs nicht für den tiefgründigen Indie Rock stehen weiß man, aber eben für echte Stimmungsmacher, für Refrains die man bereits nach dem ersten Mal mitsingen kann. Das haben Sie sich auferlegt und nun scheint Ihnen das selbst zum Verhängnis zu werden. Einenhalb Jahre nach der letzten Platte war es vielleicht auch einfach noch zu früh schon wieder etwas nach zuschieben. Mehr Zeit hätte hier bestimmt gut getan und der Platte mehr Frische und Abwechslung versprochen. Man kann nur hoffen das die vier sympathischen Engländer noch nicht all Ihr Pulver verschossen haben und wieder den Zugang derer Songs finden, die Sie einst so groß gemacht haben.

6.7