Junip – Fields

Mitte April gab es die ersten spärlichen Informationen über die neue Platte von Junip, der Gruppe von José Gonzalez, Elias Araya und Tobias Winterkorn – der multikulturellen Band bestehend aus einem Argentinier, einem Aethiopier und einem Schweden. Fast zehn Jahre hat es nach den eigenen Projekten der drei Herren gedauert, bis sich alle drei wieder zusammengetan und endlich Zeit gefunden haben, um in vertrauter Gemeinsamkeit das geplante Debütalbum ‘ Fields ‘ einzuspielen. Ein Album, das in all seiner Bescheidenheit und Liebe zum Detail immer eine fast unweltliche Atmosphäre vermittelt. Sie erinnern zudem an Yo La Tengo, John Martyn und Richie Havens. Und bereits hier wird offensichtlich: Die neue Platte ‚ Fields ‚ hatte bereits in Ihrer Entstehung einen festen Weg vor Augen. Junip produzierten eine hypnotische Platte zwischen hübschen Malereien, akustischer Melancholie und schleichenden Geistern im Krautrock-Gewand. Uns so beginnt der Opener ‚ In Every Direction ‚ aus einer feinen Mischung dieser Zutaten, zwirbelt die murrenden Gitarren um die sanfte Stimme von Sänger José González. Äußerst wohltuend verhält sich auch die zweite Nummer ‚ Always ‚ und Junip lassen sich hier auch nicht drängen, das Tempo schneller zu machen. Es besteht keine Eile auf ‚ Fields ‚ um überall hinzukommen, vielmehr entscheidet das Trio selbst wohin es gehen soll und im Vordergrund steht natürlich auch der Genuss, diese wunderschöne Fahrt bestmöglich zu genießen. Dementsprechend passt alles auf ‚ Fields ‚, die Gitarren, der zarte Einsatz der Arrangements, die Stimmung und der Vibe aus den 70er Jahren. Diese Platte sollte stets im Gesamten mitgenommen werden. Einzelne Tracks lassen sich nicht heraustrennen und Highlights wollen verständlicherweise nicht genannt werden. Aber ein Stück hat es dann doch geschafft, wenngleich es sich nicht sofort herauskristallisieren wollte: ‚ To The Grain ‚ gleitet traumhaft entspannend durch unbekannte Welten, grüne Landschaften umgeben uns, der Himmel strahlt in seinem kräftigsten Blau auf die Erde herab und überhaupt, könnte das persönliche Wohlbefinden in diesen Minuten noch übertroffen werden? Auf diese Frage darf man mit einem entschlossenen Nein antworten. Den Schluss bildet ‚ Tide ‚ und hinterlässt eine erfrischende Prägnanz im Hörer zurück. ‚ Fields ‚ mag vielleicht nicht mehr die üppige Wärme gegenüber anderen Werken von Gonzáles versprühen, doch die gefühlvolle Ausdünnung in den Arrangements ist wahrlich gut gelungen und macht sich am Besten auf Reisen mit MP3-Player und Kopfhörer.