Julia Stone – Sixty Summers

Man ist sich nie ganz sicher, wohin JULIA STONE mit Ihrem neuen Album SIXTY SUMMERS eigentlich gehen will.

Der Auftakt in das neue Album von Julia Stone erfolgt mit „Break“ und dem überraschenden Hinweis darauf, dass wir nicht mehr in Sydney sind. Karnevalshörner und schwingende elektronische Beats werden von Annie Clark’s unverwechselbaren Gitarrenstilen ergänzt, während Stone’s allgemein dünner Gesang massenhaft geschichtet wird, um einen Sound mit echtem Punch zu erzeugen. An anderer Stelle gibt es House-Drums, rumpelnde Synthesizer und einen Refrain, der im schlichten Schaum aus purem Pop und Dance schwelgt. „Why don’t we dance?/There’s only one thing left to do/You’ve got that hold on me/I’ve got that hold on you“, singt sie hier. 

Matt Berninger’s Engagement für das federleichte „We All Have“ fühlt sich wie eine Art Zwischenspiel auf dieser Platte an. Auch steht der düstere Bariton des Frontmanns von The National im Widerspruch zum Rest der sonnigeren Stimmung des Albums. Vielleicht ist es aber absichtlich. Und während der orthodoxe Pop von „Substance“ das Album wieder zum Leben erweckt, blickt „Dance“ über das Pop-Genre mit gesprochenen Versen inmitten eines Dubstep-Grooves hinaus und enthält dazu bedrohliche Kirchenglocken und Slide-Gitarren. Diese Art von unerwarteten Kombinationen werden zu einem wiederkehrenden Motiv, dass sich durch das gesamte Album zieht.

Die Melodien sind größtenteils geschickt und ansprechend, wobei Stone’s flexibles Timbre als Herzstück verwendet wird. „Sixty Summers“ hat seine Momente, ist aber zu häufig von elektronischer Esoterik festgefahren, die Stone’s luftiger Artikulation die Bedeutung nimmt. Trotzdem macht es Spaß, ist tanzbar und spricht jeden Fan von Stone’s dunklerer, reflektierenderer Seite wunderbar an.

6.7