The Ropes – What They Do For Fun

Dieses noch relativ unbekannte Duo, das derzeit nur mit viel Suchen auf diversen Internetplattformen gefunden werden kann, besteht bereits seit 2005 unter dem Namen The Ropes. Sharon Shy und „Toppy“ haben es trotz alledem geschafft, mit Ihrer ersten Vorab EP auf sich aufmerksam zu machen. Unter anderem fand man darauf die beiden Songs ‚ All That Disappointment ‚ und ‚ I Don´t Like To Get Dirty ‚ die es leider nicht mit auf die jetzige Platte geschafft haben. Schade drum, da beide ausergewöhnlich gut geraten sind, atmosphärisch auf höchsten Niveau und zumindest den Kauf von ‚ Cry To The Beat ‚ mehr als gerechtfertigen.

MySpace sei Dank und einer dort vertretenden Songauswahl die nicht nur als Appetitanreger gilt sondern vielmehr den hohen Standart von ‚ What They Do For Fun ‚ und deren elf Songs wiederspiegelt, können die Ropes endlich auch international durchstarten. Die Songs zeigen vorbildliche Songstrukturen, mitreißende Refrains und eine saubere Produktion, bei der ein fantastischer und klarer Sound herausgekommen ist. Stilistischer Wechsel der Extra Klasse der nicht nur in seiner musikalischen Kreativität überzeugen kann, sondern auch seine damaligen Spuren mit angsteinflösenden Methoden zu vertuschen weiß. Nur die zu Anfangs verstörenden Klänge auf ‚ What They Do For Fun ‚ erinnern an damals, doch mit dem Refrain ist auch dieses Kapitel schnell und damit entgültig zur Geschichte geworden. Dafür setzen uns die Ropes nun eine Spur Psychodelic vor die Nase, der in kleinen Dosierungen immer wieder die vorherrschende Stimmung auf der Platte zusammen hält. Dies in den vorgegeben Maßen zu genießen hat aber bekanntlich noch nie jemanden geschadet. Mit ‚ Kill Her Off ‚ beweisen die beiden dann auch Ihren Hang zu bittersüßen Melodien, auf deren düstere Texte sich wie ein Meer aus tödlichen Nadelstichen ausbreiten. Doch weil das nach dem Ropes-Prinzip bereits nach einem Song schon wieder zu eintönig werden könnte schieben sie mit ‚ Cry To The Beat ‚ gleich einen raumfühlenden Track mit großartiger Atmosphäre hinterher.

Unglaublich wie der Song sich auch in noch so kleine Nieschen und Löcher versucht zu pressen, nur vor der panischen Angst zu flüchten die dem Song wie ein kalter Schauder permanent im Nacken sitzt. Nach der strapaziösen Nervenfahrt die so einiges abverlangt hat kommt man mit ‚ Street I Never Lived On ‚ einen wahren Segen an Glücksseeligkeit spendiert. Verträumt und harmonisch präsentiert er auch zugleich die zweite Hälfte auf ‚ What They Do For Fun ‚, die mit ‚ I Stand For Nothing ‚ den rockigsten Part der zwölf Songs darstellt. Bisher gabs in diesem Sinne keine vergleichbare Band wie diese bei der man sagen könnte das hört sich ähnlich an. Aber mit ‚ Dead And Well ‚ scheitern die Ropes dann leider an der Vorstellung dies so bis Ende mit reinen Gewissen behaupten zu können. Denn stimmlich wie auch musikalisch erinnert das Ganze an Shirley Manson von Garbage. Auch in den anderen Songs blitzt dieses Merkmal hin und wieder kurz auf. Keineswegs zum Nachteil von den Ropes da es sich hier mehr oder weniger auch um keine Absicht handelt, zu verschieden die Stile der einzelnen. Das Gesamtwerk der Ropes beweist schlussendlich eine erstaunliche Reife an qualifizierten Songs und ein großes Spektrum an Abwechslung. Hier und da noch vereinzelt ein paar versteckte Schwächen, die aber allesamt mehr als verschmerzlich sind und bei dieser konstanten Dichte förmlich erdrückt werden. Es bleibt abzuwarten in wie Weit die Presse und andere sich den Ropes annehmen werden, doch eins ist sicher: Musikalisch sind die beiden New Yorker schon jetzt ganz oben angekommen.