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Gemaltes Albumcover von Joy Oladokun mit floralen und kakteenartigen Elementen – ihr Gesicht ist umrahmt von bunten Blumen und grünen Stängeln.
ALBUM

Proof Of Life JOY OLADOKUN

2023
MSTAX ALBUMPROFIL

PROOF OF LIFE von JOY OLADOKUN ist eine Meditation über das Leben und darüber, was es bedeutet, am Leben zu sein, auch wenn es manchmal nicht großartig ist.

Welchen Weg sie eingeschlagen hat, wird beim Hören des vierten Albums der Singer-Songwriterin Joy Oladokun deutlich: „Had to do it the hard way“, singt sie auf dem treffend betitelten Lied mit dem gleichen Namen. Es mangelt diesen gefühlvollen, heilenden Liedern jedoch weder an Herz noch an Humor: Sie beginnt dasselbe Lied mit der Zeile „Jesus raised me, good weed saved me.“ Bei der Beurteilung populärer Werke aus Nashville, wo Konventionen im Schatten der Country-Musikindustrie vorherrschen, wird die Haltung einer Künstlerin tendenziell entweder als konformistisch oder rebellisch interpretiert. Joy Oladokun ist eine Anwärterin aus Nashville, die sich nicht mehr auf diese polarisierten Möglichkeiten beschränkt. Sie ist eine schwarze, queere Frau und ein Kind nigerianischer Einwanderer. Als ehemalige evangelikale Gottesdienstleiterin ist sie längst in die Welt des professionellen Songwritings und der Zugehörigkeit zu großen Labels übergegangen.

Der Vergleich, den man am häufigsten mit Oladokun hört, ist Tracy Chapman, und sie läuft nicht vor ihr als Einfluss davon. Aber das ist größtenteils eine oberflächliche Einschätzung. „Proof of Life“ bietet unerwartete Kooperationen, die seinen etikettenwidrigen Charakter nur noch verstärken. Chris Stapleton gesellt sich zu ihr bei „Sweet Symphony“, einem angenehmen, wenn auch nicht besonders originellen Zusammenspiel zweier großartiger Sänger mit einem Country-Geist, der zu beiden passt. Rapper Maxo Kream bietet Zeilen zu „Revolution“, die mehr Spannung verleihen, ohne den sanften Groove zu stören, der meilenweit von der Revolution entfernt ist, von der Chapman gesprochen hat – sie aber auch nicht verleugnet. Oladokun befasst sich sowohl in „Taking Things for Granted“ als auch in „Pride“ eingehender mit Identität, hinterlässt aber nicht das Gefühl, dass sie von ihrer Reise beunruhigt ist.

Mit ihrer vierten Studioveröffentlichung wollte die nigerianisch-amerikanische Joy Oladokun der Welt ein Album bringen, das uns Alltagsmenschen in unseren Kämpfen sieht und uns einen Blick auf Hoffnung bietet. Kurz gesagt, es gelingt ihr.

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Anspieltipps: Sweet Symphony, Revolution, Taking Things for Granted

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