Johnossi – Johnossi

Das Albumcover ist schlicht, der Opener ‚ The Show Tonight ‚ klingt in den ersten Sekunden wie die Aufnahme aus den heimischen vier Wänden, bis Schlagzeuger Oskar „Ossi“ Bonde die Bude in Bewegung versetzt und verzerrte Gitarren von Sänger John Engelbert mit schmutzigen Fingern in die aufklaffenden Risse greifen. Es ist ein verheißungsvoller Auftakt, die Stimme erinnert ein wenig an die guten alten Zeiten von Reamonn oder nimmt man das Duo als Beispiel, fallen hier die Two Gallants spontan in die Gedankenwege. Mit den White Stripes wollen Sie unter keinen Umständen verglichen werden, aber das ist auch überhaupt kein Problem. Denn Jack und Meg White spielen aus Sicht der kompletten Platte sowieso in anderen Dimensionen. Also man sollte es nicht falsch verstehen: Johnossi sind gut, aber nicht sehr gut. Sie sind nicht unterdurchschnittlich, schweben aber auch nicht darüber. Es bleibt eben ansprechende Kost mit viel Krach, Gerumpel, harten Riffs und einer konsequenten Linie durch die kompletten 35 Minuten Spielzeit. Ja es tut auch gut, muss man ehrlich sagen, die Augen zu schließen, den Kopf rhythmisch durch die Gegend zu schleudern und Musik das sein lassen, was Sie im Fall von Johnossi eben ist: Eine wilde und ungezügelte Bestie umgeben von krachenden und speienden Vulkanen in den verträumten und naiven Einöden Schwedens. Es mag verwirrend auf den ersten Blick erscheinen, doch Tracks wie ‚ There’s A Lot Of Things To Do Before You Die ‚ und das folgende ‚ Family Values ‚ verdeutlichen den Standpunkt von Johnossi. Denn wo man eine Seite finden kann, gibt es in der Regel auch immer eine entgegengesetzte, wie das Cover der beiden Schweden bereits andeutet. Ob die Mischung aus krachenden Rocknummern und dem sanften Hauch der Pop Melodien einen ansprechen, bleibt selbstverständlich eine Geschmackssache. Zumindest dürfte so für jeden etwas zu finden sein, wenngleich die ruhigen Momente in der zweiten Hälfte die Oberhand gewinnen. Ein bisschen Blues erwartet den geneigten Johnossi Hörer im Stück ‚ Santa Monica Bay ‚, sowie einen sehr bedächtigen Rückzug der zwei Schweden gegen Ende der Platte. Nur ganz am Schluss rütteln uns Johnossi nochmal verdammt unsanft und vollkommen überraschend aus den Federn: ‚ Risky Business I ‚ fährt uns frontal gegen die gegenüberliegende Wand, wir prallen schutzlos dagegen, fallen bewegungslos auf den Boden, öffnen mit verstörendem Blick die Augen und sehen ‚ Risky Business II ‚ das sich kurz über uns beugt, herab blickt und mit einem verhemmenden Schmunzeln auf den Lippen unseren Schmerz in die kalte Nachtluft bläst.