Spoek Mathambo – Mshini Wam

Spoek Mathambo klingt afrikanisch und stammt auch tatsächlich aus dem fernen Land, das erst ein paar Wochen wieder vom überfallartigen Fußball-Einmarsch gesäubert werden konnte. Was nun aus den Menschen und den leeren Stadien rund um die Fußballstätten geschehen soll, dürfte niemand so genau wissen. Auch die eigens zur WM komponierten Songs sind Geschichte und erblassen bereits durch eine graue Dunstwolke. Umso erfreulicher ist dagegen die neue Generation afrikanischer Artists, die während der Weltmeisterschaft kaum Chancen hatten sich gebührend zu präsentieren. Doch jetzt ist die Zeit bekommen, die Gemütslage hat sich beruhigt, die Euphorie gelegt und sämtliche Gedanken können wieder umstandslos in geradlinigen Bahnen rotieren. Zeit für den 24jährigen Rapper, DJ und Graphik Designer Spoek Mathambo, der sich selbst als Teil einer neuen Bewegung in Afrika sieht mit Ziel, Modernität mit dem Stolz auf die eigene Kultur anzureichern. Und tatsächlich, assoziiert man Modernität mit dem Anspruch an westliche Rap-Artists, dürften Differenzierungen kaum möglich sein. Hypnotische Synthies im Opener ‚ Gwababa (Don’t Be Scared) ‚ und nervöse Drumsets im zweiten Stück ‚ Mshini Wam ‚ könnten auch direkt dem Herzen Londons entsprungen sein. Spoek Mathambo gehört zu einer der Größen in der internationalen Musikszene und erfährt nicht grundlos auch beim österreichischen Radiosender FM4 regelmäßige Rotationen. Sanftmütige Stimmen und wabbernde Melodien lassen dagegen in ‚ Don’t Mean To Be Rude ‚ träumen. Der Anspruch an die eigene Kultur findet sich oftmals direkt in den Lyrics und vereinzelt in den Arrangements wieder. Auf ‚ Mshini Wam ‚ ist natürlich nicht alles gut und so bleiben manche Songs wie ‚ Out The Box ‚ oder auch ‚ Tonight ‚ hinter den Erwartungen zurück. Andere dagegen, wie das stürmende ‚ Douchebag Club ‚, begeistern kompromisslos von Anfang bis Ende. Insgesamt bleibt das Album aber eine wunderbare Mischung aus Progressionen und elektronischer Musik, das viel zu Bieten hat und eine weitere spannende Entwicklung in der afrikanischen Musikszene prophezeien sollte.

7.0