Miles Kane – Don’t Forget Who You Are

Bei dem Namen Miles Kane denkt man unweigerlich an The Rascals, aber auch an die zahlreichen Kollaborationen aus den vergangenen Jahren, wie Alex Turner oder Noel Gallagher. Für sein zweites Soloalbum ‚ Don’t Forget Who You Are ‚ schnappte sich der Mann aus Birkenhead namhafte Songwriter-Kollegen wie Paul Weller, Andy Patridge (XTC), Kid Harpoon und Ian Broudie der Lightning Seeds. Letzterer produzierte das gesamte Album. Nach den Worten von Kane, sollten die neuen Songs schlank klingen. „Für mich war es das Wichtigste, dass an den Songs des neuen Albums kein Gramm Fett zu viel ist“, erklärt er und neben seinen unverblümten Texten, gehört die radikale Eindämmung und brutale Einfachheit zu den großen Stärken des Albums. Nach der 18-monatigen Phase, in der Kane ohne Pause ausverkaufte und ziemlich wilde Konzerte und Festival-Auftritte gab, fügen sich die neuen Tracks nahtlos in dieses Live-Konzept ein und bilden damit die Grundlage für die neu entfachte Energie, die besonders im dritten Stück ‚ Better Than That ‚ groß auftrumpfen kann. „Don’t build me up/ Make up your mind/ And keep the faith/ I’ll keep the faith”, heißt es dagegen im eröffnenden Stück ‚ Taking Over ‚ und ebenso stampfend gestaltet sich dann auch der Titeltrack. Ein gelungener Auftakt zwischen stilvoller Schlichtheit, hymnischer Felsen und klobigen Gitarrenakkorden, die mit wogender Blauäugigkeit den Sixties R’n’B von Kasabian zitieren. ‚ You’re Gonna Get It ‚ entstand zusammen mit Paul Weller und vergnügt sich zwischen einem Akt der Aggression und sexueller Befriedigung. Bis dahin findet man als Hörer allerdings absolut nichts genießbares. ‚ Don’t Forget Who You Are ‚ wirkt hier sehr vorhersehbar und besonders das abschließende ‚ Darkness In Our Hearts ‚ klingt ungeheuerlich formelhaft und irgendwie auch ziemlich nach den Strokes. Leider können die Piano-Balladen wie ‚ Fire in My Heart ‚ und ‚ Out Of Control ‚ nicht viel an den eingetretenen Umständen ändern und so bleibt letztlich die eindrucksvollste Komponente in ‚ ‘Don’t Forget Who You Are ‚ die zahlreichen Gastauftritte. Miles Kane behält trotzdem seinen Wiedererkennungswert und erzielt zumindest darin einen Triumpf, als dass er den fehlenden Glauben und die verbissenen negativen Argumentationen mancher Menschen über Ihn selbst und in Hinblick auf seine berühmten Freunde deutlich auf die Seite entkräften konnte.