Jingo De Lunch – Land Of The Free-ks

Mystisch erstreckt sich das Cover vor unseren Augen. Aber auch zerfahren wirken die einzelnen Kreaturen darauf, mit Ihren abgemagerten Körpern und dem entschlossenen Blick in den Augen. Man kann natürlich eine Menge darin interpretieren, doch mit Sicht auf die neue Platte von Jingo De Lunch passen die Attribute doch recht passend in die Fragmente der einzelnen Songs. Gegründet hat sich die Band übrigens 1987, eine Zeit in der sich Rock, Punk und Hardcore gegenseitig die Sprengladungen in die feindlichen Gebiete feuerten. Explosionen standen an der Tagesordnung und die kreativen Innovationen, mit immer neuen Wegen zum Ziel, wollten keine Ende finden. Das diese brachiale Entschlossenheit nicht die nächsten 25 Jahre durchhalten würde, bezweifelte bereits damals niemand. Doch Schlüpflöcher lassen sich bekanntlich ebenso finden, wie Menschen die eben diese Löcher konsequent verleugnen. Jingo De Lunch soll es egal sein. Sie nutzen diese versteckten Durchgänge um die Musik in die Welt zu tragen und das natürlich nicht ohne die voluminöse Stimme von Sängerin Yvonne Ducksworth. Aber einen Nachteil hat diese geduldete Daseinsberechtigung: Kreative Entfaltung auf engsten Raum. Jingo De Lunch brauchen demnach nicht viel Luft zum Atmen, Sie toben, schwitzen und feiern mit den Möglichkeiten die Ihnen gegeben sind. Und das wesentlich besser, also viele andere Bands Ihrer Art. Natürlich sind die Herren und die Dame aus Berlin Kreuzberg im Umkehrschluss nicht das Maß der Dinge, doch die Begeisterung ist Jingo De Lunch auch im Jahr 2010 nicht abzusprechen. Unglaublich druckvoll und mit einer satten Energie rocken die Berliner durch den gleichnamigen Opener, nehmen die Luft zum Atmen und wirken dabei, als wären Sie niemals von der Bildfläche verschwunden. Ein grandioser Einstieg, der kopierende Hüllen mit einem arroganten Lächeln auf die Seite kehrt und zeigt, wie stürmender Punk-Rock wirklich zu klingen hat. Leider verlieren sich Jingo De Lunch im Laufe der Platte ein wenig in zu vielen Beliebigkeiten, einzig die Stimme von Yvonne lässt keine Wünsche offen und klingt dazu schlicht und ergreifend einzigartig. Auch ist der Schritt gelungen, die Mischung zwischen Rock, Hardcore und Punk in der richtigen Dosierung auf Platte zu pressen. Wär Jingo De Lunch schätzt, wird auch mit der neuen Platte ‚ Land Of The Free-ks ‚ nichts falsch machen, allen anderen sei vielleicht auch der Griff zum Debüt ‚ Perpetuum Mobile ‚ aus dem Jahr 1987 geraten.