Japandroids – Post-Nothing

So würden wohl die amerikanischen Noise Rocker von No Age klingen, hätte man Ihnen eine saubere und klare Produktion aufgedrückt. Im Prinzip ist es der selbe Stil mit dem Unterschied das No Age eine deutlich härtere Gangart an den Tag legen. Japandroids halten es in dieser Beziehung dann doch etwas harmonisch und melodiöser. Zum Beispiel auf dem zweiten Stück ‚ Young Hearts Spark Fire ‚ mit den verdammt treibenden Drums, das im Vorfeld bereits die Blogosphäre mit seinen Rythmen erobern konnte. Auch dort konnte man gespannt die Diskussionen mitverfolgen, ob es sich denn nun um etwas Neues handeln würde, oder doch nur beim Banknachbarn abgeschaut wurde. Schließlich wurde auch noch der Begriff Wavves in den Raum geschmissen und damit waren es schon zwei der heißesten Vorreiter aus der Hipster-Art-Punk-Szene. Aber um mit den Vergleichen nun entgültig mal ins Reine zu kommen: Das ganze beruht auf den Tatsachen, mit den Japandroids eine Zwei-Mann-Band vorzufinden die einen ähnlichen Gesangstil wie Ihrer Kollegen aus Amerika verfolgen. Denn ansonsten kann man sich wieder beruhigen. Die Kanadier aus Vancouver schaffen deutliche Unterschiede und leben diese auch ungezügelt aus. Nicht zu Unrecht wird daher der etwas absackende Hype in den letzten Monaten wieder ruckartig nach oben getragen. Dank eines fulminanten Debüts kreieren die Japandroids auf ‚ Post-Nothing ‚ ein Kunststück der Selbstverleugnung. Es lassen sich hier keine Spielereien finden, dafür eine wunderschöne ästhetische Schlichtheit in 35 Minuten Spielzeit. Aber ist es genauso eine Platte, die Distanzen zu überwinden hat und eine deutliche Verzweiflung an den Tag legt, die in manchen Situationen einen Mangel an Selbstbewusstsein hervorruft. Oftmals geht es darin über Abstand zwischen sich und den Mädchen. Musikalisch machen die Japandroids dagegen wenig verkehrt. Druckvolle Riffs und Power-Balladen in ‚ I Quit Girls ‚. Das Stück mit der längsten Schlagzeug Pause. Hört man sich das erste Mal durch die Platte, wird man schnell feststellen, die Songs wurden relativ unbeholfen gemischt und auch klingen teilweise zu identisch. Der Nachbar wird es bestätigen können, wenn es an der Tür klopft und er fragen lässt, wieso man den selben Song zum achten Mal in Folge abspielen lässt. Da vermisst man die Souveränität, das Stilbewusstsein die Taktfrequenz zu ändern und einfach mal ein paar Stellen zu überspringen. So unterschiedlich die Meinungen darüber, so differenziert könnten die weiteren Wege der Japandroids aussehen. Entweder bleiben Sie bei Ihren Stärken, dem Songwriting und der ekstatischen Begeisterung, oder Sie ergründen die neuen Möglichkeiten die sich aufgrund Ihres Debüts eröffnet haben. Letztlich ist ‚ Post-Nothing ‚ aber ein positives Gesamtkunstwerk, deren Schwächen man auch unbekümmert aus dem Fahrerfenster werfen darf. „It’s raining in Vancouver/ But I don’t give a fuck/ Because I’m far from home tonight!“

8.3