Jake Bugg – Jake Bugg

Sein Vater ist ein Krankenpfleger, seine Mutter arbeitet im Verkauf und er selbst erlebte seine Kindheit in Nottingham, spielte dort natürlich wie alle anderen Jungs in seinem Alter Fußball und eignete sich dort relativ früh seine Selbständigkeit an. „You get tired of the same old streets,“ so Jake. „If you want to live your dreams, you have to get out.“ Seinen Anstoss durfte er während einer Folge mit den Simpsons ausführen: „I was watching The Simpsons when I heard Vincent by Don McLean,“ erinnert er sich. „I remember thinking: I want to write songs like that.“ Herausgekommen ist als erste Single ‚ Lightning Bolt ‚, erinnerte musikalisch ein wenig an die White Stripes, während er textlich autobiographische Einblicke über das Leben in einer Sozialsiedlung schildert. Der Track beginnt mit einer Art Skiffle-Effekt und versprüht einzig mit der Gitarre einen ungeheuerlich authentischen 50er-Jahre Charme. Drei simple Akkorde. Das ist brillant. Es gibt allerdings danach nur einen Weg: die aufblitzende Ernüchterung. Aber die musste nach dem omnipräsenten ‚ Lightning Bold ‚ einfach kommen müssen. Eine doppelte Sicherheit sozusagen. Und so erleben wir im zweiten Stück ‚ Two Fingers ‚ die andere Seite des Jake Bugg. Hier zupft er an seiner akustischen Gitarre herum, greift Folk-Traditionen auf und etabliert sich bereits jetzt als äußerst glaubwürdiger Künstler mit unverholenen Ehrgeiz. Noel Gallagher hat es natürlich wieder als erstes erkannt und Ihm gleich einen Ritterschlag verpasst: Jake durfte nicht nur die wohl intimste Solo-Show überhaupt eröffnen (Gallagher war im Dingwalls in Camden aufgetreten), sondern darf sich nun ganz offiziell mit den Worten, „The Future Of Music, He’s Like Dylan Meets The Arctic Monkeys“, schmücken. Und wo er recht hat, da hat er recht. An Fahrt nimmt sein Debüt dann wieder mit dem dritten Song ‚ Taste It ‚ auf, wenn seine nasale Stimme auf packenden Melodien reitet und uns nebenei zu einem ersten Höhepunkt trägt. Denn ‚ Seen It All ‚ und auch das spätere ‚ Broken ‚ sind von solch gewaltiger Schönheit und Eleganz umgeben, es bringt einen förmlich um den Verstand. In ‚ Simple As This ‚ blicken wir in eine verwundbare und kontemplative Seele, ‚ Trouble Town ‚ ist ein Kunstgriff in die tiefen 60er Jahre und doch tendiert Jake Bugg ohne Zweifel in die akustische Richtung. Deutlich gegen Ende zu beobachten, wo einzig in ‚ Someplace ‚ ein wenig Abwechslung die ansonsten einstaubende Atmosphäre durchlüftet. Ein paar Songs zu viel sind es geworden, aber das sollte nicht negativ betrachtet werden, denn Jake Bugg steht mit seiner Musik ziemlich alleine da und rückt sich damit automatisch in den wohlverdienten Vordergrund. ‚ Jake Bugg ‚ ist ein Debütalbum voller Einsicht, ungewöhnlichen Texturen und unvergessenen Momenten. Klare Kaufempfehlung.