Hushpuppies – The Bipolar Drift

Man hatte doch ein wenig Bedenken. Immerhin sind seit der letzten Veröffentlichung von ‚ Silence Is Golden ‚ mehr als zwei Jahre vergangen. Und dazu kam im Jahr 2009 das überraschende Ende Ihres Labels DiamondTraxx, bei dem kurzerhand die Schlüssel abgeben wurden. Es geschah in der Zeit, als die Hushpuppies gerade Ihre neue Platte aufnahmen. Doch auch dieser Schlag konnte die Band aus Frankreich nicht zu Boden zwingen. Man kennt die Hushpuppies als Sixties-Rock-Band. Doch nach neun Jahren war es Zeit, die Stereotypen abzulegen und sich an neuen Sounds zu versuchen. Und am Ende präsentierte man uns nun ‚ The Bipolar Drift ‚ mit 11 neuen Songs – gekleidet in schwarze Anzüge – drehen sich hier die Gewohnheiten in neue Richtungen und das zuletzt auch durch die Hilfe von Lawrence Lawford, dessen Reflexionen sich mit der unausweichlichen Dualität des menschlichen Verhaltens und den existentiellen Fragen beschäftigen. ‚ Open Season ‚ erfüllt zwar nochmals die gängigen Klischees, doch spielt man bereits hier mit instrumentalen Minuten, während die Gitarren Ihren fieberhaften Weg durch verträumte Melodien antreten. ‚ Okinawa Living Wage ‚ wälzt sich durch schwüle Spheren, glänzt mit Vielseitigkeit und Obsessionen. ‚ Every Night I Fight Some Giant ‚ ist ein postmodernes Wiegenlied, während sich der stürmische Power-Pop in ‚ Zero One ‚ hemmunglos von den Keyboards nach Hause tragen lässt. Ein wenig Schatten wäre jetzt angenehm. Und die Hushpuppies gehen auf die Wünsche ein: Neben den krachenden Nummern wie ‚ Stop ‚, ‚ Low Compromise Democracy ‚ und ‚ A Dog Day ‚ gibt es ruhige Stücke ebenso, wie psychedelische Studel und Pop-progessives Klima im bereits angesprochenen Opener. Die 60er Jahre haben die Hushpuppies weit hinter sich gelassen, aber Ihre Lehren über die Harmonien und Melodien wurden in das neue Album ausgezeichnet integriert. Die Band widmet sich jetzt einem größeren Zweck, blickt auch ein wenig in Richtung der 80er Jahre und kreieren damit den Spagat zwischen zwei Epochen. Im Prinzip müsste man eigentlich dagegen sein, doch die Hushpuppies schaffen es, diese stilübergreifenden Epochen auf einer Disc zu bündeln. Mit ‚ The Bipolar Drift ‚ steht uns eine geballte Ladung Entschlossenheit gegenüber, die aufrüttelt, Gewohnheiten abstreift und die Gruppe zu einer echten Größe in der Pop-Landschaft erblühen lässt.